Post-Sprecher: "Können nicht garantieren, dass alle Briefe ankommen“

Paar aus Korbach ärgert sich noch Jahre später über verschwundene Tickets 

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Viel Schriftverkehr, etliche Telefonate und Beschwerden brachten nichts. Die Konzerttickets sind bei der Post verloren gegangen. 

Thomas und Jutta Wenzel hatten Konzerttickets versendet - doch die gingen in der Post verloren. Der Ärger darüber ist auch Jahre später noch riesig.

Auch anderthalb Jahre danach ist der Ärger noch groß: Thomas Wenzl und seine Frau Jutta sind wütend auf die Post. Sie hatten Konzerttickets versendet, die dann aber verschwanden. Unzählige Telefonate, Briefe und E-Mails waren vergeblich, und auch ihre Anzeige blieb ohne Erfolg.

Schließlich lasen die beiden in der Zeitung einen Bericht über eine Frau, die sich wegen Geld, das aus einem Trauerbrief verschwunden war, über das Verteilzentrum der Deutschen Post in Kassel beklagte. „Wir sind froh, dass nun endlich mal öffentlich gemacht wird, wie unseriös und unehrlich die Mitarbeiter dort ihrer Arbeit nachgehen.“ So urteilt das Paar aus Korbach.

Tickets im Wert von 140 Euro versendet

Bereits im März 2013 hatten die Musikfans ihre Tickets für ein Rockkonzert im Wert von insgesamt 140 Euro an einen Käufer in Siegen-Freudenberg versendet – per Einschreiben. Der Brief erreichte den Adressaten nie.

Das Paar einigte sich mit dem Käufer darauf, dass jeder die Hälfte zahlte. Doch den Korbachern ging es ums Prinzip. Es könne nicht sein, dass Briefe mit wertvollem Inhalt einfach verschwinden. Sie hätten nicht gewusst, dass bei einem Einschreiben nur der Inhalt eines Briefes im Wert von bis zu 25 Euro versichert ist.

Das Paar stellte Strafanzeige 

So verfolgten sie immer wieder im Internet den Status der Sendung: Demzufolge hieß es, dass diese bis zuletzt im Postlogistikzentrum Kassel bearbeitet würde. Es folgten „unzählige Telefonate“ und E-Mail-Verkehr mit der Deutschen Post, ein Nachforschungsauftrag über das Einschreiben, eine Bitte um Hilfe bei der Bundesnetzagentur und zuletzt eine Strafanzeige bei der Polizei.

Das Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls wurde aber im Juni 2018 eingestellt. Es habe keine ausreichenden Hinweise auf einen Täter gegeben.

Die Post entschuldigte sich bei dem Paar, erstattete den Höchstwert bei einem Brief per Einschreiben von 25 Euro sowie die Versandkosten. Das stellte das Paar aber nicht zufrieden. „Es dürfte auch der Post nicht entgangen sein, dass im Postlogistikzentrum Kassel immer wieder wichtige und wertvolle Sendungen abhandenkommen.“

Post-Sprecher: Es kann immer mal etwas verloren gehen

„Es ist nicht zu vermeiden, dass bei der Menge an Briefen auch mal was verschwindet“, antwortet ein Sprecher der Deutschen Post auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Kunde habe die Pflicht, sich vorher über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu informieren. In diesem Fall hätten die teuren Tickets nicht per Einschreiben verschickt werden dürfen. Stattdessen hätten sie als Paket versichert werden müssen, bei dem der Dienstleister für bis zu 500 Euro hafte.

Der Äußerungen des Post-Sprechers sind ernüchternd: „Wir können keine Garantie geben, dass alle Briefe ankommen.“

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