Stadt will „Scharnier zur Altstadt“ und Parkdeck neu planen · Debatte im Parlament

Parkdeck ist Auslaufmodell

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Blick vom Modehaus Manhenke auf das Parkdeck am Berndorfer-Tor-Platz: Der Betonbau ist in die Jahre gekommen und soll voraussichtlich abgebrochen werden. Die Hansestadt strebt eine komplette Neugestaltung an.

Korbach. - Parkdeck und Professor-Kümmell-Straße stehen 2014 im Blick der Korbacher Stadtentwicklung. Das Parlament pocht auf enge politische Begleitung der Zukunftspläne.

„Zwei-Pole-Strategie“ heißt ein magisches Wort der Korbacher Stadtentwicklung. Gemeint ist eine grundsätzliche Erkenntnis von Stadtplanung: Wer ein abgezirkeltes Gebiet wirkungsvoll erschließen möchte, sollte nicht nur in der Mitte, sondern auch an beiden Enden zugkräftige Angebote schaffen. Daraus entsteht dann eine Sogwirkung von einem Pol zum anderen.

Zwei-Pole-Strategie

Übersetzt für die Einkaufsmeile der Hansestadt bedeutet dies: Das Umfeld des Bahnhofs als unterer „Pol“ ist mit neuen Geschäften, Büros und Wohnungen derzeit aufgewertet. Nunmehr gilt es, auch die Schnittstelle zur Altstadt als zweiten „Pol“ besser zu entwickeln. Und mittendrin liegt der Berndorfer-Tor-Platz mit Parkdeck, das dringend saniert werden muss.

Nach einem jüngsten Gutachten hat das über 30 Jahre alte Parkdeck sein Verfallsdatum offenbar erreicht (wir berichteten). Perspektive ist, das Bauwerk aus Beton künftig komplett abzubrechen und an der gleichen Stelle neue Parkplätze zu schaffen (wir berichteten).

Schöner, aber möglichst auch pflegeleichter soll das werden, erläuterte Korbachs Bauamtsleiter Stefan Bublak diese Woche in den Ausschüssen des Parlaments. Und das Ganze soll auch eingebettet sein in ein weiteres Konzept: Die Hansestadt will ihren historischen doppelten Mauerring als Attraktion für Besucher künftig wirkungsvoller zur Geltung bringen. Just das Parkdeck aus Beton hat die alte Stadtmauer in den vergangenen 30 Jahren als Bollwerk der Moderne unterbrochen.

Bei den Haushaltsberatungen für 2014 geht es nunmehr um Planungskosten für das Umfeld des Parkdecks (30 000 Euro) und die Entwicklung an der Professor-Kümmell-Straße (20 000 Euro) am Schnittpunkt zwischen Fußgängerzone und Altstadt.

Unterhalb des Rathauses hat die Stadt in der Kümmell-Straße bereits zwei Fachwerkhäuser erworben. Gedanke ist, den gesamten Straßenzug auf der Rathausseite aufzufrischen - möglichst für Geschäfte, Wohnungen und Parkplätze gleichermaßen. Und am Ende der Strecke wartet auch noch der Rathausanbau aus Beton, dessen Fassade seit Jahren immer bröseliger geworden ist.

Pläne auf den Tisch

Neue Konzepte müssen also her fürs Parkdeck und fürs „Scharnier“ zwischen Fußgängerzone und Altstadt. Darin sind sich auch die Fraktionen im Parlament einig. Die Grünen forderten jedoch bei den aktuellen Etatberatungen, die Planungskosten mit einem „Sperrvermerk“ zu versehen. Begründung von Grünen-Sprecherin Heike Kramer im Bauausschuss: „Wir wollen, dass man uns zunächst präsentiert, was gemacht werden soll.“ Denn die Entscheidung trifft ja das Parlament, wie Helmut Schmidt und Ralph Backhaus (SPD) in den Beratungen unterstrichen.

Bürgermeister Klaus Friedrich mahnte jedoch Handlungsspielraum fürs Bauamt an: Bevor überhaupt Konzepte im Parlament auf den Tisch kommen, müsse die Stadt zunächst Fachleute beauftragen. Und für diesen „Einstieg in die Planung“ sei Geld erforderlich. Dies unterstrichen auch Andreas Ruppert und Fraktionschef Heinz Merl für die CDU bei den Beratungen.

Am Ende zogen die Grünen ihre beiden Anträge zurück. Auflage für die Stadtverwaltung bleibt jedoch, die Pläne schnellstmöglich im Parlament vorzulegen, wie Helmut Schmidt (SPD) betonte. Details zum Parkdeck sollen bei der Parlamentssitzung im Februar auf den Tisch kommen.

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