25-prozentige Erhöhung ab 1. März vorgesehen

Parkgebühren sollen kräftig steigen

+
Parken in Korbach soll wieder teurer werden: Die neuen Tarife sehen 25 Prozent höhere Gebühren vor, 75 statt 60 Cent für die erste Stunde.Foto: Kobbe

Korbach - Parken soll in Korbach deutlich teurer werden, 75 statt bisher 60 Cent für die erste Stunde kosten. Über die 25-prozentige Gebührenerhöhung beschließen die Stadtverordneten am 12. Februar. Mittwoch gab es im Haupt- und Finanzausschuss dafür bereits grünes Licht.

Schon vor einem Jahr hatte die Stadt an der Gebührenschraube gedreht: Seit Februar 2014 zahlen Autofahrer für die erste Stunde und jede weitere halbe Stunde auf öffentlichen Parkplätzen 20 Cent mehr. Nun soll der nächste Schritt im Konzept zur Haushaltssicherung folgen.

Automaten umrüsten

Um die im Haushalt eingeplante höhere Einnahme von 120000 Euro zu erreichen, sei eine weitere „Anpassung der Parkgebühren um 25 Prozent erforderlich“, heißt es in der Vorlage, die gestern im Haupt- und Finanzausschuss beraten wurde. Damit würde die erste Stunde Parken 75 Cent, jede weitere 1,50 statt wie bisher 1,20 Euro kosten. Ohne weitere Aussprache votierten die Ausschussmitglieder einstimmig für die Beschlussvorlage des Magistrats.

Befürchtungen, mit höheren Parkgebühren könnte die Einkaufsmeile an Zugkraft verlieren, haben sich nach Angaben der Stadtverwaltung bislang nicht bestätigt. Auch Veränderungen im Parkverhalten wie etwa ein Verdrängungseffekt seien ausgeblieben. Über die erneute Erhöhung wurde laut Stadtverwaltung auch die Korbacher Hanse informiert, die aber bislang dazu nicht Stellung genommen habe.

Für den neuen Tarif (75 Cent für die erste Stunde) müssen die Parkscheinautomaten umgerüstet werden, damit diese ab 1. März auch 5-Cent-Münzen akzeptieren. Bisher war die 10-Cent-Münze kleinste Zahlungseinheit. Bei 26 der insgesamt 30 Automaten ginge diese Systemumstellung „problemlos und ohne Mehrkosten“ vonstatten. Bei vier Geräten sei diese Systemumstellung allerdings nicht mehr möglich. „Diese müssen entsprechend erneuert werden“, so die Stadtverwaltung.

Mit der vorgesehenen Gebührenerhöhung steigt auch der Preis für Anwohnerparkausweise im Gebiet der Altstadt von 20 auf 25 Euro pro Monat. Auch das Tagesticket auf dem Parkplatz Waldmannsbreite würde teurer, soll zwei statt bislang 1,50 Euro kosten. Unverändert blieben die Konditionen für Dauerparker im Parkhaus (30 oder 50 Euro im Monat), in der Rotunde Obermarkt (50 Euro monatlich) und der Remise Im Sack (35 Euro pro Monat).

Keine Mindestgebühr

Die Nutzer der Dauerparkplätze im Parkdeck müssen mit Beginn der Abrissarbeiten im März ins Parkhaus umziehen. Auf den neuen Stellflächen an der Kalkmauer sind dann keine Dauerparkplätze mehr vorgesehen, so die Pläne der Stadtverwaltung.

An den Grundsätzen des Korbacher Modells der Parkraumbewirtschaftung will die Stadt festhalten. Es gibt nach wie vor keine Mindestgebühr: Schon nach der ersten Münze kann ein Parkschein gezogen werden. Die gebührenpflichtigen Zeiten bestehen weiter: montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr. Alle öffentlichen Parkplätze können weiterhin in Form eines City-Tickets genutzt, also Restzeiten auf anderen Plätzen „abgeparkt“ werden. Und die „Brötchentaste“ bleibt ebenfalls. Damit sind weiterhin 30 Minuten freies Parken in der Altstadt möglich.

Weiter Münzbetrieb

Ohne Kleingeld geht es wohl auch künftig nicht. Mit der EC-oder Geldkartennutzung würden die so umgerüsteten Geräte deutlich störanfälliger, verweist die Stadtverwaltung auf entsprechende Erfahrungen der Hersteller. Überdies verursache die dafür nötige ständige Onlineverbindung hohe Kosten. Technische und praktische Gründe sprächen überdies gegen Automaten mit Geldscheinannahme. Diese müssten dann mit erheblich mehr Wechselgeld bestückt werden. Vor den Risiken warnt die Verwaltung: Für Langfinger steige der „Anreiz, den Automaten zu knacken“. Und jede zusätzliche Öffnung am Bedienteil böte einen „Ansatzpunkt für Vandalismus“.

Die Stadtverordneten entscheiden am Donnerstag, 12. Februar, unter anderem über die Erhöhung der Parkgebühren. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Von Thomas Kobbe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare