Korbach

Parlamentarier verschieben die Freibadsanierung

- Korbach (lb). Der Kunstrasenplatz auf der Hauer wird gebaut, die Sanierung des Freibades zurückgestellt. Über die Zukunft der Korbacher Bäder soll erst zum Jahresende entschieden werden.

Auch ein Naturbad bleibt nach der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend theoretisch möglich: Das Freibad wird nun doch nicht mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket saniert und kommt auf die Warteliste der städtischen Bauprojekte. Damit haben sich die Parlamentarier Luft für eine Entscheidung über die Zukunft der Korbacher Bäder verschafft. Neben der bereits im Dezember 2008 beschlossenen grundhaften Sanierung an den bisherigen Standorten wird der Magistrat nun auch die Bau- und Folgekosten eines kombinierten Frei- und Hallenbades überprüfen. Vorteil dieses Modells sei die Unabhängigkeit vom Wetter, warb SPD-Fraktionschefin Gudrun Limperg für den Vorschlag ihrer Fraktion. Bei Technik und Personal könnten Synergien genutzt werden. Limperg: „Das ist eine Entscheidung für mindestens 30 Jahre, deshalb sollten wir noch einmal ergebnisoffen prüfen, welche Kosten entstehen.“ In den kontroversen Diskussionen in den vergangenen Wochen war deutlich geworden, dass in Sachen Freibadsanierung noch jede Menge Fragen offen waren. „Jede Entscheidung kann daher nur falsch sein“, sprach sich Marc Müllenhoff dafür aus, die Sanierung auf Eis zu legen. Der CDU-Mann schlug eine Befragung der Bevölkerung vor, um eine breite Meinungsbeteiligung zu erhalten. Jede Entscheidung müsse derzeit außerdem auf der Basis von Kostenschätzungen getroffen werden, argumentierte Müllenhoff: „Wir brauchen genauere Zahlen.“ Erst Ende des Jahres soll nun endgültig über die Marschrichtung entschieden werden. Kritik an der langwierig Entscheidungsfindung äußerte Eckhard Hardegen (CDU): „Was sich hier abspielt, entzieht sich meinem Verständnis“, sagte er. Nachdem bereits 2008 ein Beschluss gefasst worden sei, habe man die „Kaninchen Naturerlebnis- und Kombibad aus dem Hut gezaubert“. Hardegen forderte, vor der Einholung weiterer Angebote ein Pflichtenheft zu erstellen, in dem die Anforderungen an die Bäder formuliert würden. Hintergrund des Beschlusses gegen die Badsanierung ist ein Brandschutzgutachten für das Hallenbad, das eine Sanierung des Bades in 2010 zwingend macht. Bauarbeiten an beiden Bädern gleichzeitig will die Stadt jedoch vermeiden. Statt der Freibadsanierung werden deshalb jetzt der Bau eines Kunstrasenplatzes und die Sanierung von Sport- und Mehrzweckhallen durch das Konjunkturpaket finanziert. Lediglich die Grünen trugen die Entscheidungen nicht mit: „Wir bekommen nie wieder eine so gute Finanzierung für das Freibad“, erklärte Fraktionssprecher Daniel May.

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