Aktion „Unternehmer als Lehrer“ an den Beruflichen Schulen in Korbach

Wie gut passt der Beruf?

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Gewähren Schülern Einblicke in Bewerbungsprozesse und Berufsleben (von links): die Personalleiter Jürgen Bloch und Ute Weidemann sowie Studienrat Frank Strohschneider.Foto: Wilhelm FIgge

Korbach - An den Beruflichen Schulen stehen Personalleiter kaufmännischen Fachoberschülern Rede und Antwort. Sie stellen das Berufsleben vor, besonderes Augenmerk liegt aber auf dem Bewerbungsprozess.

„Wer sich bei uns bewirbt, bekommt es mit mir zu tun“, sagt Ute Weidemann, Vorstandsassistentin bei der Wal­decker Bank. Bei der Aktion „Unternehmer als Lehrer“ steht sie vor den kaufmännischen Fachoberklassen an den Beruflichen Schulen in Korbach - zusammen mit Jürgen Bloch von Schwalenstöcker und Gantz.

Das Personalwesen gehört bei beiden zum Aufgabenbereich.Besonders interessiert erkundigen sich die Schüler passenderweise nach den Feinheiten im Bewerbungsprozess. Die Frage „Wie bestehe ich ein Vorstellungsgespräch“ lässt Ute Weidemann schmunzeln. Jürgen Bloch erklärt: „Durchfallen könnt ihr nicht. Redet frei von der Leber weg, damit es ein vernünftiges Gespräch gibt.“ Dabei müssten sie erklären, warum gerade sie in die Firma passen, ergänzt der verantwortliche Studienrat Frank Strohschneider.

Alle betonen die Bedeutung von „Softskills“ wie Pünktlichkeit, Fleiß und Zuverlässigkeit - darauf werde mehr Wert gelegt als auf Zensuren. Mangels Kopfnoten zögen Personalleiter Äußerlichkeiten der Bewerbungsmappe zu deren Einschätzung heran - die Entscheidung, ob weitergelesen wird, fällt in 20 Sekunden. Ähnliches gilt für den Berufsaspiranten selbst: „Wir hatten mal eine Bewerberin in bauchfreiem Top und Flipflops“, erinnert sich Ute Weidemann. Der Vorstand habe sie angewiesen, die junge Frau sofort wieder fortzuschicken.

Letztlich entwickeln die Schüler noch großes Interesse am Lebenslauf der Referenten und konfrontieren sie sogar mit einer für Bewerbungsgespräche typischen Frage: „Wo sehen Sie sich in drei, fünf und zehn Jahren?“ Beide wollen ihrem Beruf treu bleiben, für Bloch naht indes der Ruhestand. Auch nach der Trennung von Beruf und Privatleben erkundigen die Schüler sich: „Wenn ich beim Einkaufen eine gute Verkäuferin sehe, will ich die gleich abwerben“, sagt Bloch über die offensichtlich schwere Aufgabe.

Auch was sie im Berufsleben erwartet, interessiert die Schüler: Sie stellen Fragen über Stress, Weiterbildung und Bezahlung. Im Beantworten der Fragen sehen die beiden „Lehrkräfte“ durchaus auch eigenen Nutzen: „Ich bewerbe mich hier bei Ihnen, damit Sie sich bei mir bewerben“, erläutert Bloch.

Von Wilhelm Figge

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