Neue Pfarrstelle in Bochum

Pfarrerehepaar Frank verabschiedet

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Dekanin Eva Brinke-Griebel (l.) entpflichtete das Pfarrerehepaar Claudia und Ingo Frank.

Diemelsee-Flechtdorf - So schnell vergeht die Zeit: Nach elf Jahren verlässt das Pfarrerehepaar Claudia und Ingo Frank das Kirchspiel Flechtdorf und wechselt nach Bochum. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Klosterkirche hat die Gemeinde die Familie am Sonntag verabschiedet.

Von einem, der auszog, das Vertrauen zu lernen, handelte passenderweise die Predigt von Claudia Frank: Um Abraham ging es, der auf Geheiß Gottes alles stehen und liegen lassen sollte, um Stammvater eines neuen Volkes zu werden. Ganz so groß wird die Aufgabe, die im Ruhrgebiet vor dem Pfarrerehepaar liegt, zwar nicht. Doch auch Pfarrern wird nach einem ungeschriebenen Gesetz nahegelegt, etwa alle zehn Jahre die Stelle zu wechseln. Claudia Frank wird in Bochumer Stadtteil Altenbochum eine neue Pfarrstelle übernehmen - und dort für die fast vierfache Zahl an Gemeindemitgliedern zuständig sein. Ihr Mann Ingo wird zunächst ein Jahr in Elternzeit gehen und will sich dann im Raum Bochum neu orientieren. Damit kehrt Familie Frank in die westfälische Heimat zurück. In die neue Wohnung sind sie schon eingezogen.

Für das Ehepaar war Flechtdorf die erste Pfarrstelle. Für beide sei die Zeit im Kirchspiel auch zu einem wichtigen Lebensabschnitt geworden, sagte Claudia Frank: „Wir haben hier geheiratet, unser Kind ist hier zur Welt gekommen.“

Dekanin Eva Brinke-Griebel entpflichtete Claudia und Ingo Frank von ihren Aufgaben im Kirchspiel. „Es tut mir richtig leid, ich hätte sie gerne hier behalten in Flechtdorf oder wenigstens in der Landeskirche“, sagte Brinke-Griebel. Für das Kirchspiel seien die vergangenen Jahre eine gute Zeit gewesen.

Zusatzauftrag für Gehörlosen-Gemeinde in Korbach fällt weg

Mit Claudia Franks Weggang wird auch die Zusatzstelle für die Gehörlosen-Gemeinde Korbach wegfallen. Sie wird künftig wieder aus Kassel betreut, wie Pfarrerin Nicola Haupt, Referentin für Sonderseelsorge der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, erklärte. „Das bedauern wir sehr“, sagte Haupt. Claudia Frank, selbst Kind tauber Eltern, war seit 2010 als Seelsorgerin für gehörlose Gläubige im Landkreis verantwortlich. Der mit der Pfarrstelle Flechtdorf verknüpfte Zusatzauftrag wird künftig die Krankenhausseelsorge in Korbach sein. Die Pfarrstelle soll demnächst neu ausgeschrieben werden.

Bürgermeister Volker Becker hob die „liebevolle, freundliche und hilfsbereite Art“ des Pfarrerehepaars hervor, durch die beide bei Jung und Alt beliebt gewesen seien. Becker: „Sie haben den christlichen Glauben auf zeitgemäße Art und Weise kommuniziert.“ Über ihre Arbeit im Kirchspiel hinaus seien beide in vielen Bereichen engagiert gewesen, etwa für die Erhaltung des Klosters.

Im Namen des Fördervereins Kloster Flechtdorf dankte Helmut Walter: „Am liebsten wäre es uns, ihr würdet hier bleiben“, sagte der Fördervereins-Vorsitzende, der eine Schultüte für den Neuanfang in Bochum überreichte.

Ortsvorsteher Erich Fischer überreichte ein Bild als Erinnerung an Benkhausen. Mit einem musikalischen Gruß zur Melodie von „I am Sailing“ verabschiedeten sich die Nachbarpfarrer Angela Lehmann, Jörg Schultze, Sascha Biehn-Tirre und Jugendarbeiterin Astrid Behle.

Anspielungen auf die neue Heimat in Bochum machte der Posaunenchor mit dem „Steigerlied“, und Organist Heiko Emde spielte zum Ausklang „Ruhrgebiet“ von Wolfgang Petry. Musikalische Beiträge gab es außerdem vom Singkreis der Kirchengemeinde und vom Männergesangverein Flechtdorf.

Von Lutz Benseler

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