Korbach

„Pfarrerstöchter töten nicht“

- Korbach (tk). „Ein echter Krimi, aber nicht nach gängiger Vorlage gestrickt“, so beschreibt der Autor selbst sein neuestes Werk: „Pfarrerstöchter töten nicht“. Es ist sein achtes Buch in zehn Jahren.

Der ehemalige ALS-Lehrer für Griechisch, Latein, Erdkunde, später Mathematik, Philosophie und Russisch absolviert auch schreibend ein ordentliches Pensum. Drei weitere Projekte sind quasi druckreif, verrät Martin Lenz. Im Frühjahr sollen noch der weitgehend autobiografisch geprägte Roman „Vom Himmel hoch und über Halle“ sowie zwei Sammlungen mit Kurzgeschichten erscheinen. Als Ausgangspunkt der Handlung und diesmal Tatort hat sich Lenz einmal mehr die fiktive Kleinstadt im Sauerland ausgesucht, die in seinen früheren Romanen Kernbach hieß. Ein Pseudonym für die Kreisstadt, an deren Landesgymnasium der gebürtige Hallenser unterrichtete? Nicht ganz, verrät Lenz. Die Stadt im Roman sei eine Mischung aus Korbach, Brilon, Bad Arolsen und Frankenberg. Jedenfalls wird dort ein Arzt mit einem Dachdeckerhammer getötet. Den Fall übernimmt ein in die Provinz geschickter Hauptkommissar aus Düsseldorf. Dem gewieften Praktiker, dessen Ehrgeiz, diesen Fall zu lösen, das nahe Pensionsdatum natürliche Grenzen setzt, stellt der Autor einen jüngeren Assistenten zur Seite. Die Ermittlungen erhellen unter anderem Dopingmethoden früherer DDR-Olympia-Mannschaftsärzte, das Doppelleben eines Videothekenbetreibers und die Vergangenheit der Ärztegattin, einer Pfarrerstochter. Aber mehr kann Lenz über Mordmotive und Hintergründe nicht verraten. Akteure in Charaktere zu verwandeln, denen der Leser vertraut, ihre Biografien und Lebenseinstellungen organisch mit der Handlung zu verbinden, nicht nur zu schildern, sondern zu erzählen, gehört zu den Naturgesetzen des literarischen Schreibens. Dass der 76-Jährige auch mit seinem ersten „echten Krimi“ (etwa 220 Seiten, Persimplex-Verlag Wismar) in diesem Sinne kein Gesetzesbrecher sein wird, steht außer Frage.

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