Verdi-Aktion vor dem Kreishaus

Pflegekräfte aus Korbach und Frankenberg demonstrieren: „Bessere Bezahlung verdient“

Für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen: Beschäftigte des Frankenberger Kreiskrankenhauses und des Korbacher Stadtkrankenhauses demonstrierten bei einer „Aktiven Mittagspause“ von Verdi vor dem Kreishaus.
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Für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen: Beschäftigte des Frankenberger Kreiskrankenhauses und des Korbacher Stadtkrankenhauses demonstrierten bei einer „Aktiven Mittagspause“ von Verdi vor dem Kreishaus.

Bei etwas Applaus für die Beschäftigten im Gesundheitswesen soll es nicht bleiben: Fast 100 Teilnehmer, darunter Beschäftigte der Kreisklinik in Frankenberg und des Korbacher Stadtkrankenhauses, demonstrierten am Mittwoch in einer „Aktiven Mittagspause“ vor dem Kreishaus in Korbach für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Korbach – Gerade noch sei den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge und speziell im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert worden, erinnerte Hannah Rappe von der Gewerkschaft Verdi. Doch bei den Tarifverhandlungen würden Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung für die Pflegekräfte nichts mehr wissen wollen.

Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes hätten in der Pandemie nicht nur gearbeitet, sondern „ganz vorne gestanden“, sagte Jenny Huschke, DGB-Geschäftsführerin in Nordhessen: „Ihr alle haltet den Laden am Laufen.“ Die Gesellschaft müsse sich die Frage stellen, was eine gute Daseinsvorsorge wert sei. Die Verdi-Forderung an die Arbeitgeber sei nicht überzogen: „Dieses Land ist nicht arm. Es ist eine politische Entscheidung, wer hier Geld bekommt.“

Hoher Arbeitsdruck, immer weniger Zeit für den einzelnen Patienten, große Verantwortung – das beschäftige seit Jahren die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, sagte Annette Boldt, Betriebsratsvorsitzende im Stadtkrankenhaus Korbach. Grund dafür sei der Personalmangel in den Krankenhäusern. Frank Lange, Gewerkschaftssekretär von Verdi-Nordhessen, betonte, die Beschäftigten hätten nicht nur Respekt, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung verdient.

Landrat Dr. Reinhard Kubat, der gleichzeitig als Vizepräsident des Kommunalen Arbeitgeberverbands Hessen mit Verdi am Verhandlungstisch sitzt, versuchte die „Zwickmühle“ der Städte und Gemeinden deutlich zu machen. Ursächlich sei das Vergütungssystem der Fallpauschalen, das nicht auskömmlich für die Kliniken der Grundversorgung im ländlichen Raum sei.

Zudem habe die Corona-Krise die Steuereinnahmen der Kommunen einbrechen lassen. Ziel sei die Häuser zu erhalten, höhere Löhne müssten indes erst erwirtschaftet werden. Die Arbeitgeber würden aber im Oktober ein Angebot unterbreiten.

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