Willingen

Platz für 52 Ferienhäuser am Ettelsberg

- Willingen (bk). Walter Stremme (Weidenhof) hat eine Bauvoranfrage auf den Weg gebracht. „Auf meine zehn Grundstücke am Ettelsberg passen 52 Ferienhäuser“, das hat der von ihm beauftragte Architekt ermittelt.

Vor drei Wochen hat der 73-jährige Landwirt und Holzrücker ein „offenes Wort“ unterzeichnet, in dem 26 Upländer der von auswärtigen Investoren und Betreibern angedachten 500-Betten-Anlage eine deutliche Absage erteilten (siehe Waldeckische Landeszeitung vom 18. Juni, „Ettelsberg verkäme endgültig zu einem Rummelplatz“).

Jetzt hat er selbst einen Planer eingeschaltet und fordert vom Gemeindevorstand eine Prüfung der Bauvoranfrage. Wie passt das zusammen? „Ich will die Politiker wachrütteln“, so Walter Stremme. „Ich will ihnen vor Augen führen, was passieren kann, wenn das Großprojekt tatsächlich umgesetzt werden sollte.“ In diesem Fall müssten seiner Ansicht nach eventuelle andere Ferienhausprojekte am Willinger Hausberg ebenfalls genehmigt werden – getreu dem Motto „Gleiches Recht für alle“.

Der Weidenhof liegt am Fuß des Ettelsbergs. Die Familie ist 1958 hierhin ausgesiedelt. „Das war ein Kampf“, erinnert sich Stremme, der damals gerade 20 Jahre alt war. „Der Ettelsberg sollte seinerzeit von jeder Bebauung freigehalten werden.“ Inzwischen sind die Flächen seiner Meinung nach überbelastet. „Hier sind nicht nur die Skipisten, sondern hier findet das Schlagerfestival statt und die Biker sind unterwegs. Beim Weltcup-Skispringen dienen die Wiesen als Parkplätze. Außerdem soll ja wohl eines Tages auch mal die Trasse der Umgehungsstraße hierher gehen.“ Noch mehr verkraftet der Berg seiner Ansicht nach nicht. „Wir wollen ja auch noch ein bisschen Natur behalten.“

Walter Stremme berichtet, dass die von ihm gestellte Bauvoranfrage zehn Grundstücke umfasst. Sie sind am Berg verteilt und befinden sich teilweise ganz in der Nähe jener Fläche, die für den eventuellen Bau der großen Ferienanlage ins Auge gefasst wurde. „Insgesamt gehören mir hier bestimmt rund 100 000 Quadratmeter“, schätzt er. Den Großteil der landwirtschaftlichen Flächen hat er verpachtet. „Am Wakenfeld habe ich auch noch ein Grundstück und eins am Musenberg.“Walter Stremme ist nun gespannt, ob seiner Bauvoranfrage stattgegeben wird oder ob die Gemeinde mit einer Ablehnung ein Zeichen setzt.

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