Idee für Pilgerweg: „Denke-Bänke“ für besondere Menschen und Anlässe stiften

Platz für lieb gewonnene Gedanken

Willingen - Schwalefeld - Erinnerungen sind die wertvollsten Steine, die den Lebensweg pflastern. Auf "Denke-Bänken" wollen die Upländer künftig Platz bieten, um zurückzublicken und aus lieb gewonnenen Gedanken Kraft zu schöpfen.

Zu besonderen Anlässen eine Bank zu stiften oder geschenkt zu bekommen, ist keine neue Idee. Ruhebänke zieren den Garten eines manchen Rentners. Gefragt sind Bänke nicht zuletzt bei Spaziergängern und Wanderern.

Dass eine Bank jedoch weitaus mehr sein kann als eine schmucke Sitzgelegenheit, hat Iris Schumann im englischen Cornwall erfahren. Während ihres Urlaubs entdeckte die Usselnerin Holzbänke, die besonderen Menschen oder Ereignissen gewidmet waren. Mit wenigen Worten, graviert auf kleine Messingschilder, gewährten die Stifter Einblicke in berührende Geschichten.

Bewusst Platz zu nehmen, anzukommen und an einen anderen Menschen oder ein schönes Ereignis zu denken - das ist das Ziel des neuen Projekts "Denke-Bänke", das einige Upländer zunächst entlang des 17,1 Kilometer langen Pilgerweges zwischen Willingen, Schwalefeld, Rattlar und Usseln realisieren wollen.

"Da unsere Gäste uns schon mehrfach mitgeteilt haben, dass dem Pilgerweg einige Bänke mehr gut zu Gesicht stünden, haben sich die Kirchengemeinden Schwalefeld und Rattlar bereit erklärt, das Projekt zu unterstützen", sagt Pfarrer Ulf Weber. Zusammen mit den Gemeindegliedern hat er Pilgerweg und -kirche initiiert.

Aus Gedanken Kraft ziehen

"Für den Pilgerweg wären die Denke-Bänke eine riesige Bereicherung", ist Weber überzeugt. "Schließlich ist er ein Ort der Ruhe und an den Stationen innezuhalten, ist seine Intention." Die Stationen, an denen bereits Bänke aufgestellt sind, erfreuen sich nach Angaben des Pfarrers schon heute besonderer Beliebtheit.

Wäre es nicht wunderbar, an einem schönen Ort auf seiner eigenen Bank zu sitzen und an den Heiratsantrag, die liebe Oma, den besten Freund, die Abiturprüfung oder das Jubiläum des seit Jahrzehnten verbundenen Clübchens zu denken? Ganze Orte, Unternehmen, Vereine oder andere Institutionen könnten besonderes engagierten Persönlichkeiten ein Denkmal der besonderen Art setzen. Mehr noch als das: Die Stifter lassen Spaziergänger, Wanderer und Pilger an ihren schönen Erinnerungen teilhaben und regen dazu an, sich eine Auszeit zu nehmen, um in Ruhe Kraft aus den eigenen Gedanken zu schöpfen.

An diejenigen, die ihre Denke-Bänke gern an ihrem Lieblingsplatz aufstellen würden, um die Verbundenheit zum Upland zu spüren, haben die Initiatoren ebenfalls gedacht. Sie können sich in einem solchen Fall vorstellen, Denke-Bänke auch abseits des Pilgerweges aufzustellen. Bevor es so weit ist, stehen nach der ersten Konzeptionsphase im nächsten Schritt Gespräche mit allen zuständigen Stellen, vor allem der Gemeindeverwaltung Willingen an.

Interessierte melden sich

Um das Vorhaben auf den (Pilger-)Weg zu bringen, hoffen die Initiatoren zudem, dass sich das in der Gründung befindliche Projektteam rasch vergrößert. Experten, zum Beispiel Wandersleute und (Hobby-)Handwerker, könnten wertvolle Tipps geben. Wer Interesse an der Mitarbeit hat, meldet sich bei Ulf Weber im Pfarramt Schwalefeld unter Telefon 05632/6880.

Upländer und Gäste, die sich bereits für eine der Denke-Bänke interessieren, sind bei Weber ebenfalls an der richtigen Adresse. Pro Bank rechnet das Projektteam mit Kosten zwischen 350 und 500 Euro. Ziel ist, einen Komplettpreis samt Schild, Gravur, Transport und Aufstellen der Bank anzubieten. Damit eine Bank zu den Denke-Bänken zählt, darf auch das eigens gestaltete Logo mit Bank und Uplandbergen nicht fehlen (Foto).

"Emotionen transportieren"

"Es geht darum, Emotionen zu transportieren", fasst Iris Schumann zusammen, was die Denke-Bänke von anderen Ruhebänken abhebt. Menschen, die auf ihnen Platz nehmen, sollen in den Genuss besonderer Begegnungen kommen - mit den Erinnerungen, die ihren eigenen Lebensweg pflastern oder den anderer gepflastert haben. (nv)

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