Heimische Rettungsdienste mit Plüschtieren zur Verteilung im Erstfall ausgestattet

Trösterbärchen sollen Kindern die Angst nehmen

Auch Jürgen Dezius, Rettungsdienstleiter beim DRK Korbach-Bad Arolsen, nahm die Trösterbärchen entgegen.
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Auch Jürgen Dezius, Rettungsdienstleiter beim DRK Korbach-Bad Arolsen, nahm die Trösterbärchen entgegen.

Im Schnitt sind in zwei Prozent der jährlichen Rettungsdienst-Einsätze in Waldeck-Frankenberg Kinder involviert. Damit die kleinen Patienten die seelischen oder körperlichen Schmerzen sowie ihre Ängste und Sorgen für einen Moment vergessen können, hat die Sparkasse Waldeck-Frankenberg Plüschbären gespendet.

Rund 30 000 Einsätze kommen pro Jahr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der heimischen Rettungsdienste zusammen. Neben den medizinischen Geräten sind dann aber auch noch kleine Trostspender aus Plüsch an Bord der Rettungswagen.

Dafür sorgt in regelmäßigen Abständen die Sparkasse Waldeck-Frankenberg, die am Donnerstag im Korbacher Kreishaus wieder 1000 Stück der so genannten „Trösterbärchen“ an die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes Bad Wildungen, Frankenberg sowie Korbach/Bad Arolsen, der Johanniter Unfall-Hilfe und des Promedica Rettungsdienstes übergeben hat.

Die braunen Plüschtiere sollen Kindern ein Gefühl von Geborgenheit in der sterilen Atmosphäre des Rettungswagens geben. „Als beruhigende Geste lenken die Bärchen kleine Patienten von den Schmerzen ab. Trost spenden sie auch dann, wenn nicht die Kinder selbst verletzt sind, sondern wenn ihre Angehörigen durch den Rettungsdienst versorgt werden müssen“, berichtet Dr. Rudolf Alexi, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes beim Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Übergabe der Trösterbärchen: Stefanie Büscher (links) und Martin Dörflinger (4. von rechts) von der Sparkasse Waldeck-Frankenberg verteilten die Plüschbären an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste. Auch Dr. Rudolf Alexi, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis (rechts), freute sich über die Spende.

Der Notarzt erinnerte in diesem Zusammenhang an die Amokfahrt beim Rosenmontagszug in Volkmarsen und berichtete, dass er vor Ort einem dreijährigen Kind geholfen habe, nachdem dieses von dem Auto erfasst worden war. „Damals hätte ich gerne ein Trösterbärchen dabei gehabt. Weil es sich jedoch um eine Großlage handelte und nicht alle Rettungsfahrzeuge, die teilweise auch aus anderen Landkreisen kamen, mit solchen Trostspendern ausgestattet waren, musste ich leider darauf verzichten.“ Dr. Alexi betonte, dass die Trösterbärchen sehr wichtig seien, um Kindern Ängste zu nehmen und sie zu beruhigen.

„Wir hatten schon den Fall, dass ein Kind ohne Unterbrechung geschrien hat. Als es dann das Trösterbärchen bekam, war es für einen Moment abgelenkt und konnte die schlimme Situation etwas ausblenden“, berichtete Kai Schulz von Promedica. Generell trügen die Plüschbären immer dazu bei, dass Kinder in Grenzsituationen beruhigt werden. Doch nicht nur den Kleinsten wird geholfen. Holger Pflücker vom DRK-Kreisverband Bad Wildungen berichtete, dass die Trösterbärchen auch bei der Betreuung von Senioren eingesetzt würden. „Sie sorgen mitunter dafür, dass demente Personen von ihrem Schmerz abgelenkt werden“, fügt Dr. Alexi hinzu.

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