Goldhausen

Polizei-Großeinsatz im Maisfeld

- Korbach-Goldhausen (lb). Mysteriöse Schüsse aus einem Maisfeld haben einen Polizei-Großeinsatz in Goldhausen ausgelöst. Schuld daran: Ein Schreckschussapparat, mit dem ein Landwirt Wildschweine vertreiben wollte.

Zehn Polizeibeamte aus Korbach und das Sondereinsatzkommando (SEK) aus Kassel waren auf den Plan gerufen worden. Der aufsehenerregende Einsatz, der sich bereits am 30. September zugetragen hatte, wurde erst jetzt bekannt. Ein 41-jähriger Goldhäuser habe abends Schüsse aus der Richtung der Landstraße zwischen Lengefeld und Eppe gehört und besorgt die Polizei alarmiert, so Polizeisprecher Volker König auf WLZ-FZ-Nachfrage. Auch die herbeigerufenen Beamten aus Korbach hörten vor Ort die Schussgeräusche und bemerkten Mündungsfeuer in einem Maisfeld. Da weder Jagdaufseher noch Ortslandwirt oder der Besitzer des Maisfeldes erreichbar waren, forderten die Polizisten daraufhin Verstärkung an. „Alles, was der Polizei verfügbar war, ist dorthin gekommen“, sagte König. Zehn Beamte aus Korbach umstellten das Feld bei Goldhausen, außerdem hatte sich das Sondereinsatzkommando aus Kassel auf den Weg gemacht. Die Knallgeräusche wiederholten sich indes alle 30 Sekunden. Diese Regelmäßigkeit machte die Polizisten misstrauisch, sie durchsuchten das Feld – und entdeckten statt eines Schützen einen gasbetriebenen Schussapparat. Das im Volksmund „Vogelkanone“ genannte Gerät wird vor allem in Weinbergen eingesetzt und gibt in regelmäßigen Abständen Schüsse ab, um Vögel abzuschrecken. Der Goldhäuser Landwirt wollte damit Wildschweine von seinem Maisfeld verjagen, wie sich schließlich herausstellte. Wegen der Lärmbelästigung und dem „Anschein von Schussabgaben“ habe der Mann die Anlage abbauen müssen, erklärte König. Geprüft werde nun, ob der Landwirt den knapp zweistündigen Großeinsatz bezahlen müsse. Ähnliche Fälle kämen bundesweit immer wieder vor, so der Sprecher. Die Schussapparate dürfen nur zeitlich begrenzt tagsüber und abseits von Siedlungen betrieben werden.

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