Korbach

Polizeihelfer bleiben im Einsatz

- Korbach (tk). Seit 1. Januar gibt es in Bad Arolsen keine Polizeihelfer mehr. Das Stadtparlament hatte entschieden, die Kosten für deren Einsatz zu sparen. Für Bürgermeister Friedrich ist das „in Korbach derzeit kein Thema“.

Die Entscheidung der Stadtverordneten in Bad Arolsen, den Freiwilligen Polizeidienst einzusparen, ist für die Kreisstadt nicht richtungsweisend. „Viele positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft“ zeigten, wie vorteilhaft der 2005 in Korbach eingerichtete Dienst sei, erklärte Bürgermeister Klaus Friedrich auf WLZ-Anfrage. Die zehn Helferinnen und Helfer fungierten häufig als willkommene Ansprechpartner, „vor allem für ältere Bürger und Gäste“. Außerdem sorgten sie für „stärkere Präsenz“ in vielen außerhalb der Innenstadt gelegenen Quartieren. Allein die rund 70 Kinderspielplätze in der Stadt zu kontrollieren, dort auf die Einhaltung des Alkoholverbots zu achten, wäre ohne die Helfer nicht machbar, sagte Friedrich. Auch bei den großen Stadtfesten leisteten die Polizeihelfer wertvolle Arbeit. Nicht zuletzt unterstützen sie die vier städtischen Ordnungspolizeibeamten bei deren Aufgaben. Wo notorische Falschparker regelmäßig auffallen, erhalten die hauptberuflichen Ordnungshüter einen gezielten Tipp zur Nachhilfe mit einem Strafzettel. Bei zugewachsenen Verkehrsschildern und anderen Gefahrenquellen an den Straßen bekommt das Rathaus oder der Bauhof einen Hinweis und sorgt für Abhilfe. Zur Ausstattung der Polizeihelfer gehört auch eine Sprühdose mit Pfefferspray, das nur in Fällen der Notwehr und Nothilfe eingesetzt werden darf. Wenn sie erkennen, dass polizeiliches Einschreiten erforderlich ist, melden sie ihre Beobachtungen der Polizeistation. Einfach gelagerte Sachverhalte lösen sie allerdings auch selbst und entlasten dadurch die Polizei.Zu erkennen sind die freiwilligen Helferinnen und Helfer an ihrer blauen Dienstbekleidung, die sich bewusst von der „echten“ Polizeiuniform unterscheidet. Farbe und Beschaffenheit zielen auf einen „zivilen“ Charakter und auf die ehrenamtliche Tätigkeit ab. Zehn Helfer, die 20 Stunden im Monat Dienst versehen und dafür pro Stunde sieben Euro Aufwandsentschädigung erhalten (siehe „Hintergrund“): Mit rund 17 000 Euro im Jahr kostet der Freiwillige Polizeidienst in Korbach genauso viel wie in Bad Arolsen. „Für 2010 haben wir dafür klare Voraussetzungen im Haushalt geschaffen“, betont Friedrich. Der ehrenamtliche Dienst habe sich in den vergangenen fünf Jahren als „wesentlicher Baustein der Korbacher Sicherheitsarchitektur“ erwiesen. Prävention werde in Korbach „groß geschrieben“. Solange die Landesregierung den Forderungen der Stadt nicht nachkomme, die Zahl der Polizeibeamten dauerhaft zu erhöhen, seien die Helfer unverzichtbar.Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Donnerstag, 14. Januar 2010.

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