Louis-Peter-Schule: Modell der Mittelstufenschule soll Ausbildungsreife verbessern

„Porsche unter den Realschulen“

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Die Louis-Peter-Schule in Korbach ist die erste Mittelstufenschule im Landkreis. Schulleiter Michael Gering (von links), Staatsekretär Dr. Manuel Lösel sowie die CDU-Landtagsabgeordneten Armin Schwarz und Claudia Ravensburg schauen sich eine Klasse an. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Seit 2011 ist die Louis-Peter-Schule (LPS) die erste und bislang einzige Mittelstufenschule im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Wie das in Wiesbaden beschlossene Pilotprojekt in der Praxis funktioniert, das hat sich Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, am Mittwoch in Korbach angeschaut.

„Die Mittelstufenschule ist der Porsche unter den Realschulen“, sagte Schulleiter Michael Gering selbstbewusst. Das neue Modell hat zum Ziel, die Ausbildungsreife der Jugendlichen zu verbessern. Damit führe das Konzept der Mittelstufenschule die Bestrebungen der LPS fort, so Gering: „Wir versuchen bereits seit 2006, die Abbruchquote zu reduzieren und die Vermittlung in Ausbildung zu verbessern.“

Konkret bedeutet Mittelstufenschule: In den Klassen 5, 6 und 7 werden Schüler von Haupt- und Realschule gemeinsam unterrichtet, allerdings nur in Teilen und nicht in allen Fächern. Die Mittelstufenschule beginnt mit einer „Aufbaustufe“ für die Jahrgangsstufen 5 bis 7. Dann gabeln sich die Bildungsgänge nach einer „Kompetenzfeststellung“ für jeden Schüler in einen praxisorientierten und einen mittleren Bildungsgang mit den Zielen Hauptschulabschluss und Realschulabschluss auf. Im Unterricht des praxisorientierten Bildungsganges arbeitet die Louis-Peter-Schule eng mit den beruflichen Schulen zusammen. Ein wichtiger Teil sind auch Praktika, in denen die Schüler den Berufsalltag in Betrieben kennenlernen. Gering erklärte: „Die Betriebe wirken positiv auf die Schüler ein und motivieren sie. Das trägt zur Ausbildungsreife bei.“

Sinnvoll sei eine Praxisphase von mindestens drei Monaten, doch dafür sei die Stundentafel der Mittelstufenschule bislang nicht flexibel genug, sagte der Schulleiter. Der hohe Praxisanteil weckt aber auch Ängste bei den Eltern: Sie befürchten, dass die Bildung zu kurz kommt und Anschlussfähigkeit etwa in die gymnasiale Oberstufe oder ein berufliches Gymnasium gefährdet ist. „Es ist nichts gekürzt worden, sondern etwas hinzugekommen“, entgegnete Gering. Der Abschluss an der Mittelstufenschule eröffne alle Möglichkeiten.

Von Lutz Benseler

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