130 Schüler der Alten Landesschule erkunden den Berufsalltag

Praktisch, Praxis, Praktikum

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Reinschnuppern und Erfahrungen sammeln: Jonas Querl absolviert sein Schülerpraktikum in der Berndorfer Grundschule. Mit den Schülern der vierten Klasse erkundet er die Lesekiste. Währenddessen schauen sich Lea Sprenger, Sören Schmidt, Aline Gerhard und Charlotte Brüggemann im Amtsgericht um. Chiara Gobbo hat sich für ein Praktikum bei der Lebenshilfe entschieden.Fotos. Floren

Korbach - Vom Blumengeschäft bis zur Conti: Die Neuntklässler der Alten Landesschule schnuppern seit Montag die Luft des Arbeitsalltags. Sie sammeln Eindrücke und Erfahrungen - und denken dabei auch an ihre eigene berufliche Zukunft.

Jonas Querl sitzt inmitten von Kindern. Eine ungewohnte Situation für den 15-Jährigen, doch er meistert sie entspannt. Die Leserunde mit den Viertklässlern in Berndorf scheint ihm Spaß zu machen. „Es ist wirklich schön, mit Kindern zu arbeiten und mit ihnen gemeinsam Fortschritte zu machen“, sagt er. Und auch die Grundschüler freuen sich über den Gast.

Jonas ist einer von 130 Schülern aus fünf neunten Klassen der Alten Landesschule, die sich einen Praktikumsplatz für den 12. Januar bis zum 23. Januar gesucht haben. „Es gibt über 300 Betriebe, bei denen sich die Schüler bewerben können“, erzählt Petra Ernst, die das Praktikum an der ALS koordiniert, „dafür ist die Schule sehr dankbar“.

Wenn die Jugendlichen sich bemühen und nicht zu lange mit der Bewerbung warten würden, sei es nicht schwer, einen Platz zu finden, so Petra Ernst. „Die Erfahrungen, die wir als Schule gesammelt haben, sind sehr gut. Die Schüler werden reifer und das Sozialverhalten verbessert sich“, stellt die Lehrerin fest. „Ich erhoffe mir für die Schülerinnen und Schüler, dass sie erfahren wie es ist, zu arbeiten und so herausfinden, was sie später machen wollen.“

Amtsgericht, Grundschule und Lebenshilfe

Und auch die Schüler freuen sich über die Chance, in den Arbeitsalltag zu schnuppern: „Ich habe mich sehr auf dieses Praktikum gefreut, da ich Kinder mag und viele auch schon aus dem Dorf kenne“, betont Jonas Querl. Der Berndorfer hat es nicht weit zu seiner Arbeitsstelle, wo er vor allem im Matheunterricht die Aufgaben der Kinder kontrolliert und ihnen beim Rechnen hilft. „Die Schüler freuen sich, wenn ich ihnen helfen kann und ihnen den Unterrichtsstoff vermittle, so dass sie keine Probleme mehr haben“, erzählt er.

Lea Sprenger, Aline Gerhard, Sören Schmidt und Charlotte Brüggemann haben ihren Praktikumsplatz im Amtsgericht in Korbach gefunden. Nicht alle planen, sich später auch beruflich in diese Richtung zu orientieren, aber sie haben alle juristisches Interesse mitgebracht. „Mein Onkel ist Rechtsanwalt und daher hatte ich von Anfang an ein Interesse daran zu erfahren, was mein Onkel genau macht“, sagt Aline Gerhard. Bisher durften die Praktikanten beim Amtsgericht die verschiedenen Berufe im Haus kennenlernen, waren bei Zivilprozessen dabei und in der Wachtmeisterei unterwegs. Sie hätten bereits viel dazugelernt, erzählen die vier. „Besser als erwartet“, sagt Lea Sprenger.

Im Wohnheim 1 der Lebenshilfe hat sich Chiara Gobbo erfolgreich beworben. Sie will auch später im sozialen Bereich arbeiten und wollte sich mit dem Praktikum schon mal einen Einblick in die Berufswelt machen.

Liebevoll im Wohnheimaufgenommen

„Ich war sehr nervös vor dem Praktikum, weil ich nicht wusste wie die Menschen dort reagieren, aber sie haben mich sehr liebevoll aufgenommen“, erzählt die Neuntklässlerin. Ihr mache es Spaß, mit den behinderten Menschen Spiele zu spielen, mit ihnen zu reden und zu basteln. Chiara Gobbo sagt: „Manche Bewohner vertrauen mir schon kleine Geheimnisse an, obwohl ich für sie quasi eine Fremde bin. Das bedeutet mir viel.“

Von Mareike FlorenWie entsteht eigentlich eine Zeitung? Um Antworten auf diese Frage zu finden, hat sich Mareike Floren (15) bei der WLZ um einen Praktikumsplatz beworben. Mit Erfolg. Seit Montag erkundet die Korbacherin den Arbeitsalltag bei der Heimatzeitung. Für ihre erste eigene Geschichte hat sie ihre Klassenkameraden nach ihren Erfahrungen gefragt.

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