Über 400 Zuhörer bei WLZ-FZ-Wahlforum in Vöhl

Profilarbeit vor vollem Haus - Video

Vöhl. - Einen fairen Schlagabtausch lieferten sich die Bürgermeister-Kandidaten Volker König, Matthias Stappert und Bianca Steinkamp am Mittwochabend beim WLZ-FZ-Wahlforum in Vöhl.

Wenn Amtsinhaber Harald Plünnecke im Herbst seinen Hut nimmt, beginnt nach 24 Jahren für die Großgemeinde Vöhl mit ihren 15 Ortsteilen eine neue Ära. Eine Frau und zwei Männer wollen sie gestalten: Bianca Steinkamp, Matthias Stappert und Volker König treten bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni in der Gemeinde Vöhl an. Wie sie das Rathaus erobern wollen, das verrieten sie beim WLZ-FZ-Wahlforum am Mittwochabend vor großem Publikum: Über 400 Gäste aus allen Ortsteilen zog es in die voll besetzte Vöhler Henkelhalle. Sie beteiligten sich rege, stellten Fragen, bohrten nach. Meistens blieben die Kandidaten auch keine Antwort schuldig – Patentrezepte für alle brennenden Fragen hatten sie allerdings nicht im Gepäck.Vier Themenblöcke hatten die WLZ-FZ-Moderatoren, Chefredakteur Jörg Kleine und Redakteurin Theresa Demski, vorbereitet: Tourismus, demografischer Wandel, Rathaus und Wirtschaft. Zwischendurch sorgten die Moderatoren mit Rätseln und Satzspielen immer wieder für eine entspannte Atmosphäre und witzige Einsätze.

Weniger Kinder, mehr Senioren: Als Antwort auf den demografischen Wandel plädieren alle Kandidaten für den Erhalt der Kindergärten und Schulstandorte, König und Stappert auch für die Unterstützung von Jungunternehmern. Während Bianca Steinkamp darauf setzt, die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort zu verbessern, die Öffnungszeiten der Kindergärten zu verlängern, arbeitet Matthias Stappert die Versorgungs- und Mobilitätsangebote heraus. So müsse geprüft werden, wo mehr Bedarf für Anrufsammeltaxis bestehe: „Mit der Reaktivierung der Bahnstrecke werden wir die Mobilität in den Dörfern jedenfalls nicht verbessern“, sagt er und erhält viel Applaus. Volker König schlägt vor, das Leerstandskataster zu erweitern und ein Förderprogramm beim Kauf von leer stehenden Gebäuden aufzulegen. Nachdem das Nebengebäude des Rathauses wegen Mäuseplage nicht mehr nutzbar ist, wird eine Lösung gesucht – und da kristallisieren sich unterschiedliche Positionen heraus: Während Bianca Steinkamp sich nicht festlegen will, vor einer Sanierung der Alten Schule aus Kostengründen aber warnt, plädiert Volker König „nach jetzigem Stand der Informationen für einen barrierefreien Anbau ans Rathaus“; eine Anmietung von Räumen sei auf Dauer zu teuer und eine Zerstückelung der Verwaltung uneffektiv. Dagegen sieht Matthias Stappert in einer Auslagerung kein Problem, will Alternativen prüfen, auch die Anmietung von Räumen: „Das leerstehende Ladenlokal in der Henkelstraße ließe sich gut als Touristikbüro nutzen“, schlägt er vor. „Ein Anbau ans Rathaus für 700 000 Euro, komplett kreditfinanziert, das passt nicht in die heutige Zeit“. Wenn es um heimische Betriebe geht, sehen sich König und Stappert als Wirtschaftsförderer, als Vermittler zwischen Unternehmen, Banken und Ämtern. König will die Unternehmen auch an Schulen bekannter machen. Bianca Steinkamp nimmt die Bürger in die Pflicht: „Die Leute müssen sich auch selbst stärken, in dem sie Angebote vor Ort nutzen. Wenn sie ihr Geld hier lassen, kommt es auch wieder zu ihnen zurück“.Wie bei 11,6 Millionen Euro Schulden und Gewerbeeinnahmen in Höhe von lediglich 350 000 Euro der Haushalt der Gemeinde auf einen guten Weg gebracht werden soll? „Haushaltssperre beibehalten und intelligent sparen“, ist die Antwort von Stappert und König gleichermaßen. König setzt auch auf Einnahmen durch einen Windpark – und Stappert auf Verzicht weiterer Neuverschuldung. Bianca Steinkamp will abermals die Bürger mehr in die Verantwortung nehmen, ihnen auch Eigenleistung zutrauen. Von Marianne Dämmer

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