Epper sammeln Unterschriften gegen drohende Schließung der Grundschule

Protest vor dem Tannenbaum

Korbach-Eppe - Das Aufstellen des Weihnachtsbaumes vor der Grundschule in Eppe konnten die Kinder und Eltern am Samstag nicht freien Herzens genießen. Die Schließung der Schule steht im Raum – und ihr Unverständnis darüber ist groß.

Einen Tannenbaum vor der Grundschule in Eppe aufzustellen, ist Tradition. Dass sie aufrechterhalten wird, dafür sorgten Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr auch in diesem Jahr: Am Samstagnachmittag hievten sie den Baum an den richtigen Platz, sorgten für die passende Beleuchtung – und die Kinder der Grundschule schmückten ihn mit Selbstgebasteltem. Dabei halfen ihnen die Mädchen und Jungen vom Kindergarten. Gemeinsam sangen sie zur Feier des Tages außerdem Lieder. Die Freude auf die Weihnachtszeit ist in Eppe und den umliegenden Dörfern Hillershausen und Nieder-Schleidern allerdings deutlich getrübt: Seitdem die Schließung der Grundschule auf dem Plan des zuständigen Fachdienstes im Kreishaus steht, ist die Sorge der Eltern und Kinder groß, dass ihnen ihr Hort der Bildung tatsächlich genommen wird. Die Elternbeiräte der Grundschule und der Kindergärten in Eppe und Hillershausen haben daher am Samstag das Zusammentreffen auch explizit dazu genutzt, Unterschriften gegen die Schließung zu sammeln. Kinder hielten Plakate hoch mit der Aufschrift „Ein Dorf ohne Schule ist ein Dorf ohne Kinder“ und „Schmückt unsere Schule zum letzten Mal?“ Obgleich bis vor einem Jahr der Fortbestand der Schule gesichert schien, stellte der Fachdienst Schule im Oktober in einer Beschlussvorlage plötzlich das Überleben der Grundschulen in Eppe, Rhena und Freienhagen grundsätzlich in Frage, ohne die Eltern im Vorfeld darüber informiert zu haben. Grund: hohe Sanierungskosten. Allein für die Sanierung des Epper Schulgebäudes seien fast 970 000 Euro nötig, hatte das Gebäudemanagement des Landkreises errechnet. „Allein über diese Zahl sind die Eltern schon sehr verwundert“, erklärt die Vorsitzende des Elternbeirats in Eppe, Barbara Hellwig, die wie viele andere Eltern vom Vorgehen des Landkreises enttäuscht ist. 28 Kinder besuchen derzeit die Epper Grundschule, ab nächsten Sommer werden insgesamt 38 Mädchen und Jungen dort unterrichtet. „Es sind also genügend Kinder da“, erklärte Schulleiterin Astrid Döring auf Nachfrage der WLZ. Auch Bürgermeister Klaus Friedrich und Landtagsabgeordneter Armin Schwarz (CDU) bezogen am Samstag in Eppe Stellung gegen die drohende Schließung der Schulen in Eppe, Rhena und Freienhagen. „An den Schulstandorten hängen alle Orte im Umfeld – geht die Infrastruktur in Eppe verloren, geht sie unweigerlich auch in den umliegenden Orten verloren“, betonten Friedrich und Schwarz: „Auf diese Weise lässt sich der ländliche Raum nicht stärken“, unterstrichen sie. Eine junge Mutter, die vor Kurzem ins Waldecker Land gezogen ist, hatte sich eigens Eppe als Wohnort ausgewählt, weil ihre Kinder dort zur Schule gehen können. „Als ich dann hier ankam und als Erstes gefragt wurde, ob ich mich für den Erhalt der Schule engagieren möchte, bin ich aus allen Wolken gefallen“, erklärte sie.

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