Willingen

Quad-Parcours auf Tagesordnung

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- Willingen (bk). Rund 870 Stellungnahmen – die meisten auf Unterschriftenlisten – sind zu dem am Ortsrand von Usseln geplanten Quad-Parcours bei der Uplandgemeinde eingegangen. Am Mittwoch befasste sich der Bauausschuss mit dem Thema.

Rechtliche Voraussetzung für die Verwirklichung des Vorhabens privater Investoren sind die Änderung des Flächennutzungs- und die Aufstellung eines Bebauungsplans. Beide Entwürfe wurden im vergangenen Jahr offengelegt. Neben den Trägern öffentlicher Belange hatten auch die Bürger Gelegenheit, Hinweise zu geben und Anregungen und Bedenken zu äußern. Sie machten hiervon in so großer Zahl Gebrauch, wie es Thomas Trachte während seiner langjährigen Dienstzeit bei der Uplandgemeinde noch nicht erlebt hat. Es wurden rund 640 Stellungnahmen gegen das Vorhaben abgegeben, denen rund 228 Stellungnahmen von Befürwortern gegenüberstehen. Die Angabe einer ganz exakten Zahl ist der Gemeindeverwaltung nicht möglich, da in einigen Fällen die Angaben zur Person nur eingeschränkt lesbar oder unzureichend sind, also auch Mehrfachstellungnahmen nicht ausgeschlossen werden konnten.

Die Prüfung der Anregungen und Bedenken hat laut Bürgermeister Thomas Trachte ergeben, dass das Projekt, das im Bereich des „Curioseums“ geplant ist, nach rechtlichen Bestimmungen machbar ist. „Es ist jetzt Sache der Gemeindevertretung zu entscheiden, ob es auch politisch gewollt ist“, so der Verwaltungschef. „Diese Entscheidung muss jeder Gemeindevertreter mit sich selbst ausmachen und das Für und Wider abwägen“, sagte er mit Blick auf „spürbaren Widerstand in der Bevölkerung“.

Im Bauausschuss gab es um das Thema, das im vergangenen Jahr in Usseln für heftige Diskussionen gesorgt hatte, jetzt allerdings nur wenige Zuhörer anlockte, keinen Schlagabtausch. Das Gremium empfiehlt der Gemeindevertretung einstimmig, die Stellungnahmen abzuwägen und damit eine politische Grundsatzentscheidung zur Fortsetzung des Verfahrens zu treffen. Die Mitglieder plädierten allerdings ebenso einmütig dafür, dass vor der weiteren Fortführung des Verfahrens mit den Investoren ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen wird, der folgende Eckpunkte regelt: Vorlage eines schlüssigen Betriebskonzepts; Nachweis der Finanzierung und Vorlage einer entsprechenden Bankbestätigung oder Bankbürgschaft; Planunterlagen zum Bau der Anlagen; Vorlage eines Freiflächen- und Eingrünungskonzepts mit Stellplatznachweis; Regelungen über die Nutzung des Gemeindegrundstücks; Rückbau der Anlage; Festlegung eines zeitlichen Baufensters zur Fertigstellung der Gesamtanlage.

Die im Bauausschuss behandelten Themen stehen in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung zur Entscheidung an. Sie beginnt am Dienstag, 20. September, um 19 Uhr im Willinger Besucherzentrum.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 15. September

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