Dank Magenverkleinerung: McDonald’s-Restaurantleiter Jay Stone nimmt 90 Kilogramm ab

Ein radikaler Schnitt

Korbach - In einem Jahr von 180 auf 90 Kilogramm: McDonald’s-Restaurantleiter Jay Stone (47) aus Korbach hat die Hälfte seines Gewichts verloren – mithilfe einer strengen Diät und nach einer operativen Magenverkleinerung.

Burger, Fritten, süße Limos: Die Versuchung ist acht Stunden am Tag nur einen Handgriff entfernt. Doch Jay Stone widersteht. Der Restaurantleiter bei McDonald’s in Korbach hat sich und sein Gewicht im Griff. Das war nicht immer so. Jahrelang kämpfte der gebürtige Amerikaner gegen die Pfunde. „Ich war schon immer etwas stabiler, außer in meiner Army-Zeit“, sagt Stone, der seit 1995 in Deutschland lebt. Essen, was und wann er wollte, und kein Sport – das hatte über Jahre Folgen: Stattliche 180 Kilogramm brachte Stone noch vor gut einem Jahr auf die Waage. Er litt an Bluthochdruck, Atemnot, schmerzenden Gelenken und Wasser in den Beinen – alles Folgen seines extremen Übergewichts, das er sich angefuttert hatte. „Ich konnte nur im Sitzen schlafen, weil ich sonst keine Luft bekam.“ Auch auf seine Psyche hatten die Kilos Auswirkung: „Ich war so weit, dass mir fast alles egal war. Die einzige Ablenkung war die Arbeit.“ Im Februar 2014 nahm ihn sein Chef zur Seite und sprach ihn auf seine Gesundheit an. „Er hat mich nicht gedrängt, sondern mir seine Unterstützung angeboten. Da hat es klick bei mir gemacht“, sagt Stone. Er ging zum Hausarzt. Der schlug eine Magenverkleinerung vor. Krankenkassen bezahlen diese Behandlung erst, wenn die Operation die einzige Möglichkeit einer Heilung darstellt oder durch das Übergewicht eine Gefahr für den Körper zu befürchten ist. Vorangehen muss ein straffes Programm: Mindestens ein halbes Jahr Ernährungsberatung, Bewegungstraining, ein psychosomatisches Gutachten und die Teilnahme an einer Selbsthilfe- gruppe. Stone meldete sich im Fitnessstudio an, lernte bei einer Ernährungsberaterin, Obst und Gemüse schmackhaft und raffiniert zuzubereiten, und trat einer Online-Selbsthilfegruppe im Internet bei. „Hier in der Region gibt es leider keine Selbsthilfegruppen für Adipositas-Patienten“, erklärt er. Vor der Operation nahm er so 15 Kilogramm ab. Im Oktober 2014 schließlich kam für Stone der radikale Schnitt: Bei der sogenannten Schlauchmagen-Operation entfernte ein Chirurg einen Teil seines Magens. Übrig blieb ein kleiner schlauchförmiger Rest, der noch etwa 100 bis 150 Milliliter Nahrung aufnehmen kann, während ein normaler Magen ungefähr zwei bis drei Liter Fassungsvermögen hat. „Nach drei Tagen war ich wieder aus dem Krankenhaus raus, es gab keine Komplikationen.“ Stone kann durch den verkleinerten Schlauchmagen nur wenig essen und fühlt sich schneller satt. Sein Appetit veränderte sich völlig. „Ich habe kein Verlangen mehr nach Süßigkeiten und Chips, fettiges und scharfes Essen vertrage ich nicht mehr“, sagt der Restaurantleiter. In den ersten zehn Monaten nach der Operation nahm er weitere 75 Kilogramm ab, heute wiegt Stone nur noch 90 Kilo. „Ich habe mein Ziel erreicht.“ „Ich fange gerade erst an, zu begreifen, dass ich dünn bin“, sagt der 47-Jährige heute, knapp ein Jahr nach der Magenverkleinerung. Stone fühlt sich rundum wohl. „Es ist das erste Mal, dass ich in einem normalen Geschäft richtig schöne Kleidung in meiner Größe kaufen kann“, strahlt er. Im September fliegt Stone zum ersten Mal nach der Operation zu seiner Familie nach Miami. „Darauf freue ich mich schon, sie haben mich so noch nicht gesehen.“Aber er weiß auch: „Die Operation ist kein Wundermittel, sondern nur eine Hilfe.“ Sie helfe auf Dauer nur, wenn eine gesunde Lebensweise nach der Operation eingehalten werde. Stone ernährt sich gesund, sechsmal in der Woche macht er Sport. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Energie habe.“ Einen Teil dieser Energie und der neu gewonnenen Lebensfreude möchte er nun an andere Menschen weitergeben, die ebenfalls an Adipositas leiden: „Ich will anderen helfen und ihnen zeigen, dass man es schaffen kann, auch als Restaurantleiter bei McDonald’s. Dafür bin ich bereit, mir Zeit zu nehmen. Betroffene dürfen mich gerne ansprechen“, sagt er und gibt ihnen mit auf den Weg: „Der erste Schritt ist, es selbst zu wollen.“ Wichtig ist ihm außerdem, zu betonen, dass eine operative Magenverkleinerung immer nur das letzte Mittel ist: „Es ist eine Operation, es ist immer ein gewisses Risiko dabei.“

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