Sommerserie: 12 Uhr Mittags an der Mühlenkopfschanze

Rasenmähen in der Diagonalen

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Mit dem Mäher die Aufsprungbahn hinab: Mittägliche Grünflächenpflege an der Mühlenkopfschanze.

Willingen - Eine halbe Stunde am Mittag: Die Redakteure von WLZ-FZ nehmen sich in den Sommerferien Zeit für Orte, Menschen, die Natur und überraschende Begegnungen. Was geschieht um 12 Uhr mittags im Landkreis?

Jens Kramers Weg den Hang der Mühlenkopfschanze hinab endet bei der 80-Meter-Marke. Dann hebt er die Hand zum Signal, Ulrich Kesper drückt einen Knopf auf der Fernbedienung und die Seilwinde beginnt, Kramer und seinen Rasenmäher zurück an den Schanzentisch zu ziehen. Oliver Bader passt dort auf, dass kein Tourist in die Seile gerät, seine Aufgabe ist aber überschaubar: Wo vor einem halben Jahr noch Severin Freund vor Tausenden Zuschauern 149,5 Meter weit sprang, ist es gestern um 12 Uhr mittags sehr viel ruhiger.

658 Stufen vom Auslauf bis zur Startposition

Einige Urlauber-Grüppchen erkunden die größte Großschanze der Welt aber durchaus - wenn auch nur wenige unter der Mittagssonne die knapp 540 Stufen vom Auslauf bis zum Schanzentisch empor steigen. Um direkt an der Schanze anzukommen, gehen viele Besucher lieber den längeren, aber weniger steilen Weg durch den Wald. Die Treppen in Angriff genommen hat eine Gruppe, die schon nach knapp 150 Stufen rastet. „Warum fährt die Seilbahn grade nicht?“, möchte einer von ihnen wissen. Keiner weiß die Antwort und nach einem Augenblick setzen sie ihren Aufstieg fort.

An der Schanze angekommen ist da schon eine Gruppe niederländischer Touristen. Sabine Beerbaum und Tochter Rozemarijn pausieren kurz, das letzte Stück der 658 Stufen bis hinauf zum „Adlerhorst“ liegt ja noch vor ihnen. Mitreisende werfen noch einen Blick auf die ungewohnte Grünflächenpflege am Hang, dann folgen sie nach.

Spaziergang durch leere Zuschauerränge

Unten auf den leeren Zuschauerrängen führt Magdalene Jodaitis aus Arnsberg ihren Enkel Jacob umher: „In dem Turm - dem da, aus Holz - dort sitzen später die Kampfrichter“, erklärt sie. „Was tun die?“, will der Enkel wissen und Magdalene Jodaitis beginnt über Punkte und Platzierungen zu reden, während sie fast allein die für Tausende gebauten Tribünen durchstreifen. Die beiden sind schon nicht mehr zu sehen, als das Rasenmäher-Team sich in die Mittagspause verabschiedet. Aber bis zum nächsten Weltcupspringen vom 8. bis 10. Januar wird sicher noch etwas Gras am Mühlenkopf wachsen.

Von Wilhelm Figge

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