Kraut bremst den Fluss aus und lässt den Pegel ansteigen

Rasenmähen in der Eder

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Klaus-Stephan Schunke hat vom Ufer aus seinen Bruder im Blick. Eineinhalb Tage brauchen sie für die „Krautung“, wie die Fachleute sagen.Fotos: Lutz Benseler

Vöhl-Schmittlotheim - Der Fluss ist an der Ederbrücke bei Schmittlotheim gerade mal 30 bis 40 Zentimeter tief. Zu wenig für ein Boot, perfekt für die Mäh-Amphibie: Mit seinem Kettenlaufwerk rutscht das 1,4 Tonnen schwere Fahrzeug elegant in die Eder. Vorne ist ein Mähbalken montiert, mit dem Friedrich Schunke auf einem Abschnitt von 100 Metern eine Schneise in die wuchernde Wasserpflanzenwelt schneidet.

Denn die Flora unter dem Wasser in der Eder bremst den Fluss aus und lässt den Pegel ansteigen. Das verfälscht die Messergebnisse des Wasser- und Schifffahrtsamts. Die Behörde hat eine Messstelle an Kilometer 74,5 bei Schmittlotheim aufgestellt, die den Zufluss zum Edersee misst. Eine zweite steht bei Affoldern, sie misst die Wassermenge, die aus dem Stausee abfließt. Dort haben die Brüder Klaus-Stephan und Friedrich Schunke den Fluss schon entkrautet.

Für die Schunkes ist es eine Rückkehr in die alte Heimat: Die Brüder sind im Schloss Bergheim aufgewachsen. Beide sind heute im selben Metier tätig, aber an verschiedenen Orten: Friedrich Schunke in Mühlheim am Main (Kreis Offenbach), Klaus-Stephan Schunke in Borgholzhausen (Kreis Gütersloh). Weil sich ihr Maschinenpark ergänzt, tun sie sich für manche Projekte zusammen.

Klaus-Stephan Schunke beobachtet seinen Bruder vom Ufer aus, sein Boot kommt anders als geplant nicht zum Einsatz, das Wasser war unerwartet niedrig. „Ich brauche eine Wassersäule von 60 bis 70 Zentimetern, sonst ist der Fahrantrieb nicht tief genug im Wasser“, erklärt Schunke. Sein Vater, der Bauunternehmer war, hatte den Betrieb 1957 in Wega gegründet und auch Maschinen zur Entschlammung von Gewässern selbst entwickelt.

Friedrich Schunke arbeitet sich unterdessen Streifen für Streifen vor - eine Aufgabe für eineinhalb Tage. „Freitag um 12 Uhr wollen wir fertig sein“, sagt Klaus-Stephan Schunke. Ohne sein Boot wird der Zeitplan etwas enger, aber es sei zu schaffen.

Von Lutz Benseler

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