Bauantrag Mitte des Jahres fertig 

Neuer Entwurf für Rathaus-Neubau: Stadt will Brühmannsches Haus abreißen

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Derzeit ist dort die Stadtwache untergebracht: Das Brühmannsche Haus in der Stechbahn 5 soll für den Rathaus-Neubau weichen.

Korbach. Die Pläne für den Rathaus-Neubau werden konkreter, die Architekten haben ihren Wettbewerbs-Entwurf überarbeitet.

Die wichtigsten Änderungen: Der Anbau an den Südgiebel des historischen Rathauses entfällt, dafür soll die derzeitige Stadtwache abgerissen werden. Mitte des Jahres will die Stadt den Bauantrag einreichen.

Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen, somit geht es für die Arbeitsgemeinschaft „Christian Thomann Architekt“ und „heimspiel architekten“ aus Münster zusammen mit dem Generalplaner „agn Niederberghaus und Partner“ an die Genehmigungsplanung. Ingenieure für die Elektroplanung, Lüftung, Heizung und andere Fachgebiete kommen in den nächsten Wochen hinzu, ein Brandschutzgutachten wird erstellt.

In Workshops und Einzelgesprächen haben sich zuvor die Mitarbeiter der Verwaltung in die Planung miteingebracht: „Wir haben jetzt ein Ergebnis, das konsensfähig ist“, sagte Bauamtsleiter Stefan Bublak am Mittwoch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Der Kern des Entwurfs, mit dem die Münsteraner die Jury des Architekten-Wettbewerbs überzeugt hatten, bleibt unberührt: Das historische Rathaus ergänzen die Planer durch ein Gebäude mit zwei weiteren Giebeln. Auflage des Denkmalschutzes ist allerdings, den historischen Stufengiebel an der Südseite freizustellen: Der im ursprünglichen Entwurf geplante Anbau fällt deshalb weg.

Der Rathausneubau im Modell: Links die ursprüngliche Wettbewerbs-Version mit Anbau an den historischen Stufengiebel und dem Brühmannschen Haus, rechts die aktuelle überarbeitete Version mit freigestelltem Giebel und verlängertem Nebengebäude.

Im Gegenzug möchte die Stadt das Brühmannsche Haus abreißen lassen, in dem bislang die Stadtwache untergebracht ist. Die Vorteile: Das geplante Nebengebäude könnte so verlängert, der Platz effektiver genutzt werden. Vermutlich wird der Bau auch günstiger. Noch muss der Denkmalschutz zustimmen.

Und so sollen die Räume belegt werden:

Sockelgeschoss: Registratur, Hausmeister und Lagerräume kommen hier unter. Im Nebengebäude wird das Ordnungsamt einziehen.

Erdgeschoss: Der Haupteingang leitet die Besucher ins zentrale „Bürgerforum“ mit Informationstheke. Außerdem sieht der Plan dort Räume für Bürgerbüro, Tourismus-Abteilung, Personalamt und EDV-Abteilung vor. Im Nebengebäude werden im Erdgeschoss das Sozial- und Kulturamt und der Personalrat untergebracht. Im historischen Rathaus findet sich wie bisher das Standesamt mit Trauzimmer wieder.

Obergeschoss: Hier entstehen der große Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung, der bis ins Dachgeschoss reicht, sowie Hauptamt und weitere Sitzungsräume. Finanzabteilung und Controlling ziehen im Obergeschoss des Nebengebäudes ein. Bürgermeister und Büroleiter bleiben mit ihren Mitarbeitern im historischen Rathaus.

Dachgeschoss: Im historischen Rathaus wird der alte Saal der Stadtverordnetenversammlung mit seinen Buntglasfenstern zu einem neuen Besprechungsraum umgebaut. Eine neue Treppe ersetzt die bisherige Wendeltreppe. In den Neubauten sind im Dachgeschoss Lüftung und Technik installiert.

Eine Besonderheit: Der Neubau wird mit 700.000 Euro als „energetische Sanierung“ gefördert. Das dürfte laut Bublak in Deutschland bislang einmalig sein. Die beim Bau verwendeten Materialien sollen außerdem bei künftigen Umbauten oder einem Abriss leicht rückzubauen und wiederzuverwerten sein. Auch hier will Korbach Pionier sein: Das Konzept wird wissenschaftlich begleitet.

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