In Lichtenfels haben Mündener Karnevalisten das Ruder übernommen

Rathaussaal wird zum Gerichtszimmer

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Ab ist er, der Schlips: Dass Bürgermeister Uwe Steuber um einen Schlips ärmer wurde, dafür sorgte Prinzessin Christina.

Lichtenfels-Goddelsheim - Mit ohrenbetäubenden Donnerschüssen und buntem Konfetti bahnten sich die Karnevalisten gestern den Weg ins Goddelsheimer Rathaus: Dort übernahmen sie für die nächsten Tage das Ruder.

„Das Rathaus könnt ihr haben, aber der Tresor ist leer“, nahm Bürgermeister Uwe Steuber den Narren aus Münden nach der Stürmung des Lichtenfelser Rathauses schnell den Wind aus den Segeln - und musste dafür seinen Schlips lassen, wie es die Tradition fordert. Aus dem Sitzungszimmer des Amtshauses machten die fünf Dutzend Mündener Karnevalisten Donnerstagmittag kurzerhand einen Festsaal, und sobald das Prinzenpaar Nils und Christian, begleitet vom Kinderprinzenpaar Dennis und Loredana, dem Stadtchef den Rathausschlüssel abspenstig gemacht hatte, waren Arbeit und Akten passé.

Stattdessen waren Schunkelrunden und Büttenreden angesagt, und niemand durfte den Saal verlassen, dafür sorgten die Kanoniere. Karnevalspräsident Hartmut Brand malte in der Bütt das Schreckensgespenst „Brand im Lichtenfelser Rathaus“ an die Wand, bevor Karl Friedrich Kraushaar als Amtsrichter Friedrich von Hagen den Gerichtssaal ins Rathaus verlegte und Recht sprach: Karnevalspräsident Hartmut Brand, angeklagt der Gründung einer lustigen Gesellschaft und des groben Unfugs, sprach er schließlich frei, und Bürgermeister Steuber, der sich an den städtischen Grünanlagen mit der Hacke zu schaffen gemacht haben soll, verdonnerte er zur Übernahme der Zeche vom Rathaussturm.

Die Mündener Karnevalisten feiern am Sonntag, 10. Februar, um 14.11 Uhr Kinderkarneval und um 20.11 Uhr ihre Prunksitzung.

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