Eltern an der Epper Grundschule enttäuscht · Lange Leitung beim Brandschutz

Rauchzeichen an Landkreis

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In der Epper Grundschule herrschte angeblich große Gefahr, weil der Brandschutz mangelhaft ist. Doch ein Jahr nach der heftigen Schuldebatte ist nicht mal ein Rauchmelder installiert.

Korbach-Eppe. - Vor einem Jahr drohte der Grundschule in Eppe das „Aus“: hohe Sanierungskosten, besonders für den Brandschutz. Die Schule blieb bestehen, mangelnder Brandschutz ebenso.

„Der Landrat hat damals gesagt, er könne nicht mehr ruhig schlafen, wenn nicht einmal Rauchmelder in der Schule installiert sind“, erinnert sich eine Mutter. Andere Eltern der Epper Grundschüler haben das Gespräch ebenso bestens im Gedächtnis.

Ende November 2012 waren Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD) und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf (Grüne) zu Gast in Eppe. Tags zuvor hatten Schüler und Eltern vorm Tannenbaum gegen eine drohende Schließung der Dorfschule protestiert.

Landrat Kubat ist Schuldezernent, Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf der Baudezernent des Landkreises. Vor einem Jahr schlugen die Wellen hoch, weil der Landkreis enorme Sanierungskosten für Eppe geltend machte. Nach einem vom Gebäudemanagement des Kreises beauftragten Gutachten waren angeblich 970 000 Euro fällig - vor allem für Brandschutz.

Im neuen Verbund mit der MPS Goddelsheim ist die Epper Grundschule vorerst gesichert. Doch auch ein Jahr nach den heftigen Debatten ist noch kein Handwerker angerückt. „Ich ärgere mich, dass bisher nicht mal Rauchmelder angebracht worden sind. Offenbar schläft der Landrat doch nicht so schlecht“, sagt die Mutter enttäuscht.

Warum also hat der Landkreis nach über einem Jahr nicht mal wenige Hundert Euro für Rauchmelder in Eppe investiert? „Die Frage ist berechtigt“, räumt Udo Weitekämper ein, Chef des Eigenbetriebs Gebäudemanagement. Doch habe es bei der Planung für Eppe Verzögerungen gegeben.

Zunächst seien die Finanzmittel für Grundschulsanierung durch den Kreistag gesperrt gewesen. Nach Vorlage eines Konzepts für Eppe sei das Geld dann zwar freigegeben worden, „aber der Bauantrag ist noch nicht genehmigt“, erläutert Weitekämper auf WLZ-Nachfrage.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, und die Denkmalschützer haben Veto bei den Umbauplänen eingelegt. Dabei geht es um eine stählerne Außentreppe, die künftig einen zweiten Fluchtweg aus der Schule ermöglichen soll. Für 2014/2015 sei das Projekt vorgesehen, erklärt Weitekämper. Die Kosten hätten sich auf 670 000 Euro reduziert.

Wann genau der Umbau in Eppe beginnt, ist noch offen. Das Veto bei der Außentreppe erklärt hingegen kaum, dass das Kleingeld für Rauchmelder nicht ausgegeben wird.

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