Vöhl

Raum für Wünsche der Jugend

- Vöhl (resa). Mehr Raum sollen die Jugendlichen der 15 Vöhler Ortsteile in der Gemeinde haben – und das sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Dafür setzt sich seit drei Monaten Jugendarbeiter Peter Grohme ein – mit erstem Erfolg.

Die Vöhler Jugendlichen haben ihr Gemeindehaus in eine Baustelle verwandelt. Im besten Sinne. Denn seit drei Wochen streichen, kleben und malen sie, um einen Raum in dem alten Haus gleich neben der Kirche in ihren Raum zu verwandeln. „Wir haben uns gemeinsam Gedanken gemacht und sind es dann angegangen“, erzählt Jugendarbeiter Peter Grohme. Seit drei Monaten ist er jetzt im Dienst, und erste Spuren seines Wirkens werden deutlich. „Wir wollen einen Ort schaffen, mit dem sich die Jugendlichen identifizieren können“, erklärt er. Unterm Strich ginge es bei seiner Arbeit nämlich genau darum: Raum schaffen für Jugendliche in den Vöhler Ortsteilen.

Und dazu gehört nicht nur ein Haus mit vier Wänden und einem Dach. „Vor allem will ich den Vorstellungen der Jugendlichen Raum geben“, sagt Grohme, „sie entscheiden selbst, wie wir die Treffen gestalten.“ Und das kommt an. Zehn bis zwölf Jugendliche sind jeden Freitag von 19 bis 21 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Vöhl dabei, bis zu 15 Jugendliche kommen donnerstags um 18.30 Uhr zum Jugendtreff nach Obernburg. „Manchmal kochen wir gemeinsam, die Jugendlichen können reden oder spielen“, sagt Grohme. Ein offener Jugendtreff sei ein guter Anfang, später könne er gemeinsam mit den Teilnehmern immer noch Themenschwerpunkte setzen.

Vor allem die Jugendlichen aus den Konfirmandengruppen nehmen das Angebot im Moment wahr. „In den nächsten Tagen wollen wir aber auch Einladungen an die anderen Jugendlichen verschicken“, erzählt der Jugendarbeiter. Der Spagat zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde gelingt im Alltag ohne Probleme. Beide finanzieren zur Hälfte die Stelle des Jugendarbeiters, gemeinsam haben sie einen Zweckverband gegründet (wir berichteten). „Natürlich ist vor allem bei den Angeboten in den Gemeindehäusern Raum für Religiosität“, sagt Grohme, „aber nur wenn die Jugendlichen sich das wünschen“.

Darüber hinaus hat sich der Jugendarbeiter auch mit den Jugendlichen des Vöhler Ortsbeirates an einen Tisch gesetzt. „Wir wollen einen Verein gründen“, erzählt Grohme. Der soll als Plattform dienen, um Strukturen zu schaffen, die langfristig halten. So könnte sich der Verein etwa für einen noch zu schaffenden Jugendraum in der Henkelhalle verantwortlich zeigen. Auch Senioren, die ihre Zeit einsetzen möchten, sollen eingespannt werden, Eltern mit ins Boot geholt werden. „Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen von heute die Förderer von morgen sind“, sagt Grohme.

Peter Grohme ist donnerstags von 14 bis 18 in seinem Büro in Obernburg zu erreichen, Telefon 05635/9930136.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 22. Februar

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