Rechtsextremismus

„Rechtsaußen - mittendrin?“: Ausstellung an der Alten Landesschule in Korbach

Schüler des Leistungskurses Geschichte eröffnen die Ausstellung „Rechtsaußen – mittendrin?“ an der Alten Landesschule. 26 Aufsteller informieren über Erscheinungsformen des Rechtsextremismus.
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Schüler des Leistungskurses Geschichte eröffnen die Ausstellung „Rechtsaußen – mittendrin?“ an der Alten Landesschule. 26 Aufsteller informieren über Erscheinungsformen des Rechtsextremismus.

Die Wanderausstellung „Rechtsaußen – mittendrin“ an der Alten Landesschule zeigt auf, wie verbreitet rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft ist und was man dagegen tun kann.

Korbach – Wahlerfolge rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien, der Erfolg einer rechtsextremen Jugendkultur und die Akzeptanz rechtsextremer Einstellungen in Teilen der Bevölkerung – längst ist klar: Facetten von Rechtsextremismus sind bis in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen. Das zeigt die Ausstellung „Rechtsaußen - mittendrin“ auf.

Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte führten bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch durch die Ausstellung. Karl Hendrik Behlen, Frederic Kettschau, Lisanne Schwalenstöcker, Marius Putscher und Kimberley Simon erläuterten an den 26 Aufstellern wie und welche Anschauungen vom rechten Rand in die gesellschaftliche Mitte sickern, wie extremistische Gruppierungen Jugendliche anwerben und welche Organisations- und Erscheinungsformen es gibt, begleitet von konkreten Handlungsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus.

„Ereignisse wie der Mord an Walter Lübcke und die Anschläge von Hanau und Halle verdeutlichen, dass Deutschland ein Problem mit Rechtsextremismus hat“, machte Lehrerin Dr. Marion Lilienthal deutlich. Die Gesellschaft werde aber nicht nur von „rechtsaußen“ tangiert, das Gedankengut sei in der Mitte angekommen. „Rechtsextremismus ist keine Randerscheinung mehr“, sagte auch Kreisbeigeordnete Hannelore Behle. Sie dankte der Schule, dass das Thema aufgegriffen werde.

Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit oder Ressentiments gegenüber Langzeitarbeitslosen: Vorurteile gegenüber gesellschaftlich schwachen Gruppen sind verbreitet und bieten Anknüpfungspunkte für eine rechtsextreme Ideologie. Die Ausstellung zeigt sie auf und liefert Fakten und Daten. Ein Aufsteller beschäftigt sich beispielsweise mit dem Thema Migration. Im 19. Jahrhundert waren Deutsche die Flüchtlinge: Sie wanderten vor Armut und Hungersnot aus. Im 20. Jahrhundert gab es Flucht und Deportation infolge ideologischer Verfolgung und nach 1945 waren Vertriebene und überlebende Opfer auf der Suche nach einer neuen Heimat.

Aufgebaut sind die Aufsteller im Aufenthaltsraum und im zentralen Treppenhaus, kurz: da, wo die Schüler täglich mehrfach vorbeigehen. „Wir haben die Thematik ins Herz der Schule gebracht“, sagte Schulleiter Christoph Aßmann. Die Ausstellung ist für vorerst eine Woche an der ALS zu sehen und wird unterstützt vom Netzwerk für Toleranz des Landkreises und der Arbeiterwohlfahrt.

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