Innovationsprämie kurbelt Nachfrage an

Regionale Autohändler berichten: Interesse an Elektroautos steigt

Elektroautos sind derzeit gefragt: Die Verkaufsberater Erik Köster (links) und Mario Herget vom Autohaus Arnold in Korbach verzeichnen eine erhöhte Nachfrage.
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Elektroautos sind derzeit gefragt: Die Verkaufsberater Erik Köster (links) und Mario Herget vom Autohaus Arnold in Korbach verzeichnen eine erhöhte Nachfrage.

In der Corona-Krise hat die Bundesregierung die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge erhöht. Was heißt das für den Umsatz in den heimischen Autohäusern? Die WLZ fragte bei einigen nach.

„Wir haben bereits durch die Erhöhung der Umweltprämie im Februar eine deutlich stärkere Nachfrage erfahren“, berichtet Mario Herget, Verkaufsberater beim VW-Autohaus Arnold in Korbach. Damals hatte der Staat seine Förderung von 2000 auf 3000 Euro erhöht, entsprechend stieg auch der Bonus des Herstellers.

Infolge des Konjunkturprogramms zur Bewältigung der Corona-Krise hat der Staat seinen Anteil nun noch einmal verdoppelt.  „Neben dieser Innovationsprämie für alle vollelektrischen E-Fahrzeuge in Höhe von jetzt 6000 Euro gibt es von Volkwagen weiterhin den Umweltbonus von 3480 Euro. Also bekommt jeder, der ein Elektrofahrzeug bestellt, einfach mal so 9480 Euro als Starthilfe“, rechnet Herget vor. Zusätzlich könnten Kurzentschlossene von der beschlossenen reduzierten Mehrwertsteuer und weiteren subventionierten Finanzdienstleistungen profitieren.

Wallbox oder Starkstromsteckdose 

Herget weist auch darauf hin, dass die Auftragseingänge bei den Elektrofahrzeugen seit Februar 2020 um mehr als 70 Prozent gestiegen seien. „Diese starke Nachfrage sorgt derzeit für Lieferzeiten von deutlich über einem halben Jahr“, berichtet er. So habe das Autohaus Arnold derzeit einen sehr hohen Bestand an E-Golf-Kunden, die noch auf die Auslieferung der bestellten Fahrzeuge warten. Der E-Golf sei inzwischen ausverkauft und werde vom vollelektrischen VW ID.3 abgelöst. Dieser könne eine Spitzenreichweite von bis zu 550 Kilometern erreichen. Außerdem habe VW noch den E-Up mit einer Reichweite von 260 Kilometern im Repertoire.

„Um ein Elektroauto laden zu können, benötigt man lediglich eine gängige Haushaltssteckdose“, erklärt Mario Herget. Etwas komfortabler und schneller sei der Vorgang mit einer so genannten Wallbox, mit der die Ladezeit deutlich reduziert werden könne. Eine Wallbox werde zumeist durch den örtlichen Energieversorger angeboten, hier gebe es auch Fördermöglichkeiten.

Ladestation am Autohaus eingerichtet: Geschäftsführer Holger Behlen bietet in seinem Autohaus den Opel Corsa-e zum Kauf an. 

Der Autohaus-Mitarbeiter berichtet zudem, dass sich die Ladeinfrastruktur im Landkreis Waldeck-Frankenberg aufgrund staatlicher Anreize derzeit sehr schnell entwickele. „Nicht nur Energieversorger, sondern auch lokale Geschäfte wie beispielsweise Lebensmittelketten oder Baumärkte binden Kunden länger in ihren Räumlichkeiten, wenn sie ihnen eine Lagemöglichkeit bieten“, berichtet der Verkaufsberater.

Knapp 50 Prozent der Verkäufe machen E-Autos aus

Eine deutliche Steigerung der Nachfrage verzeichnet das Autohaus Beil in Frankenberg und Korbach. „Fast die Hälfte aller Autos, die wir derzeit verkaufen, sind Elektroautos“, sagt Geschäftsführer Markus Beil. Die Förderung erleichtere den Wechsel in die Elektromobilität erheblich. 60 sofort lieferbare Renault Zoe hat der Händler im Lagerbestand. „Wir bekommen viele regionale Anfragen aber auch übers Internet“, sagt Beil. Er geht davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird, wenn die Mehrwertsteuersenkung greift.

Beim Korbacher Autohaus Behlen ist die Nachfrage nach Elektroautos leicht gestiegen, wie Geschäftsführer Holger Behlen auf WLZ-Anfrage berichtet. Aktuell sei dort der „Corsa-e“ mit einer Reichweite von 337 Kilometern bestellbar. Der Mokka-e und der Vivaro-e sollen noch dieses Jahr zu bestellen sein. Auch Behlen weist darauf hin, dass die Elektrofahrzeuge bereits mit einer normalen 230-Volt-Steckdose geladen werden können. „Mit einer roten Starkstrom-Steckdose geht dies natürlich viel schneller. Eine Wallbox wird nicht zwingend benötigt“, sagt der Autohaus-Geschäftsführer.

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