Handarbeit ist immer noch das Maß aller Dinge

Mit Reifen aus Korbach auf der Tour de France

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Rennradreifen für die Tour de France: Jessica Arnold hängt einen Rohling nach dem Produktionsschritt über ein Gestell. Am Standort Korbach produziert Continental die Reifen, die Extrembelastungen aushalten müssen.

Korbach. 3540 Kilometer, 21 Etappen, fünf davon am Berg – das Radrennen Tour de France ist eine Extrembelastung für Mensch und Material. Die Fahrer kommen aus aller Welt, die Reifen oft aus Korbach: 8 von 18 Spitzenteams werden laut Hersteller Continental mit Reifen des Korbacher Werks am 1. Juli in Düsseldorf an den Start gehen. Denn die Profis schwören auf Schlauchreifen, die Continental nur in der Hansestadt herstellt.

Nach High-Tech sieht es am Arbeitsplatz von Susana Pinto nicht aus: Schwere Industrienähmaschinen rattern. Ein paar Meter weiter spannt ein Kollege Reifenrohlinge in eine dampfende Heizpresse. Der Reifen wird „gebacken“, wie es unter Mitarbeitern heißt. Hier in einer speziellen Abteilung des Korbacher Werks ist Handarbeit immer noch das Maß aller Dinge.

Die 22-Jährige ist eine von neun Näherinnen. An verschiedenen Stationen nähen sie den Luftschlauch direkt in das Grundgerüst des Reifens ein. Das ist die Besonderheit der Schlauchreifen und bringt Vorteile im Notfall: „Man kann bei einer Panne weiterfahren“, sagt Produktmanager Benjamin Blaurock. Selbst mit Platten kann der Fahrer dank Schlauchreifen noch zum Materialwagen rollen. Bei gewöhnlichen Reifen aus dem Hobbysport könne der Reifen abrutschen und der Fahrer stürzen. Zudem sei Nähen stabiler als Kleben. (dpa)

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