Lichtenfels

Reiseziel: Immer dem Papst hinterher

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- Lichtenfels-Dalwigksthal (md). Frauke Frank sucht sich ihre Reisen nach ungewöhnlichen Kriterien aus: Am liebsten fährt sie dorthin, wo der Papst gerade weilt. Auf diese Weise hat sie schon viel erlebt – und viel Spaß gehabt. Am Wochenende war sie, wie der Pontifex, zu Besuch in Berlin.

Frauke Frank ist patent. Wenn sie ein Ziel vor Augen hat, bewerkstelligt sie einiges, um es auch zu erreichen. Und sei es noch so ungewöhnlich. Auch mit Blick auf Papst Benedikt XVI. hält es die 40-jährige Dalwigksthalerin so. Das hat ihr schon viele nette und aufregende Erlebnisse eingebracht, allerdings auch manch lockeren Spruch von Freunden und Nachbarn. Da ihr außer ihrer Zielstrebigkeit und Reiselust auch eine gute Portion Humor mit in die Wiege gelegt wurde, lacht sie gern mit – und überlegt sich dabei die nächste Aktion, die sie dem Papst ein wenig näher bringen könnte.

„Haben Sie vielen Dank für Ihren Brief an den Herrn Bundespräsidenten vom 26. Juli 2011“, schreibt ihr ein Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes Anfang August. „Sie schildern in Ihrem Brief Ihre Verbundenheit mit Papst Benedikt XVI. und bitten ... um eine Begegnung mit dem Heiligen Vater im Rahmen seiner Reise durch Deutschland. Umso mehr freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich Sie gern im Namen des Herrn Bundespräsidenten zum offiziellen Empfang des Papstes am 22. September 2011 in den Park von Schloss Bellevue einladen kann.“ Diesem Schreiben folgte eine weitere Einladung auf feinem Papier, mit der der Bundespräsident sie „zu Ehren Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. zum Begrüßungszeremoniell mit militärischen Ehren“ einlud, und schließlich ging ihr per Post auch noch eine Einlasskarte mitsamt Zutrittsregeln und vielen Informationen zum Ablauf zu.

Dass Frauke Frank nicht nur zum Papstbesuch nach Berlin kam, sondern gar bei der Begrüßung im Park von Schloss Bellevue zugegen sein durfte – zusammen mit Hunderten anderer Gäste in Bussen geleitet von einer Polizeieskorte – , das verdankt sie also nicht nur der Freundlichkeit der Präsidialamts-Mitarbeiter, sondern auch ihrer unkomplizierten Offenheit. Auch dem Privatsekretär von Papst Benedikt schrieb sie einmal, wie viele schöne Reisen sie auf den Spuren des Papstes bereits erlebt habe – und fand kurze Zeit später in ihrem Briefkasten ein freundliches Schreiben von Prälat Dr. Georg Gänsewein und das Buch „Benedikt XVI. Urbi et orbi. Mit dem Papst unterwegs in Rom und der Welt“. Frauke Frank ist katholisch, „aber keine Sonntags-Kirchgängerin“, sagt sie.

Als Joseph Ratzinger 2005 zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt wurde, fragte sie sich „wie der so oft als ‚Panzer-Kardinal‘ bezeichnete Ratzinger sich wohl als Papst machen würde. Dann hörte ich seine Stimme und war fasziniert, denn er verkörpert für mich das, was ich mir unter alt und weise vorstelle“, erklärt Frauke Frank. Als der neue Papst im selben Jahr zum Weltjugendtag nach Köln reiste, fasste die Lichtenfelserin den Beschluss: „Das schaust du dir an, das fährst du hin.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 28. September

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