Biathletin Nadine Horchler wird in der Heimat herzlich empfangen - und sorgt für emotionale Augenb

„Renn, bis du Sternchen siehst“

Willingen - Großer Bahnhof für Nadine Horchler: Ski-Club Willingen und Offizielle der Gemeinde Diemelsee haben der deutschen Meisterin im Biathlon-Einzel einen herzlichen Empfang bereitet.

„Renn bis du Sternchen siehst, hat mir der Trainer nach dem letzten Schießen zugerufen. Ich wusste nur, dass ich mit einem Schießfehler eigentlich ganz gut liegen muss, aber wo genau, das wusste ich nicht“. So lebendig schilderte Nadine Horchler am Donnerstagabend im SCW-Vereinslokal Café Müller die Schlussphase des Rennens über 15 km am 21. September in Oberhof. Es endete mit dem ersten DM-Gold ihrer Karriere, und als dieser Augenblick für sie gegenwärtig wurde, musste sie doch ein paar Tränen wegdrücken.

Die etwa 80 Gratulanten, unter ihnen eine größere Abordnung aus dem Heimatort Ottlar, hörten im vollbesetzten Vereinslokal gespannt zu. Viele von ihnen haben die Karriere der 26-Jährigen von Jugend an begleitet oder verfolgt.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Ski-Clubs, Jürgen Hensel, zeichnete der langjährige Biathlon-Trainer und -Fachwart des Vereins, Michael Lohschmidt, eindrucksvoll den beschwerlichen Weg Nadine Horchlers von den Anfängen bis zum Titelgewinn als deutsche Meisterin nach. „Was mich an Dir immer fasziniert hat, war Dein Wille, niemals aufzugeben, Du hast immer an Dich geglaubt, und ich bin sicher, Du gehst Deinen Weg erfolgreich weiter“, sagte er.

Ottlars Ortsvorsteher Karl-Friedrich Biederick, ein Verwandter der Sportlerin, und Diemelsees Bürgermeister Volker Becker gratulierten für die Heimatgemeinde. Becker nannte die Skijägerin ein „Vorbild für die jungen Sportler“ und überreichte ein Präsent.

Nadine Horchler, die bei den „Deutschen“ in Altenberg und Oberhof einen kompletten Medaillensatz gewonnen hatte, war sichtlich berührt vom herzlichen Empfang. „Ich freue mich, heute hier zu sein und zu spüren, dass doch noch alle hinter einem stehen, die Familie, die Freunde, der Ort und der Verein. Ich bin ja nun nicht mehr so oft hier, ich bin glücklich, dass so viele Leute wegen mir hier sind und auch zu mir halten“, beschrieb sie ihre Gefühle.

Sie hatte es in ihrer sportlichen Karriere nicht immer leicht. Ihre Laufbahn schien bereits beendet zu sein, als sie aufgrund wechselnder Leistungen aus der Sportförderung herausfiel. Mit persönlichem Ehrgeiz und großem Engagement kehrte sie in die Leistungsspitze zurück - so jobbte sie in einer Pizzeria, um das Geld für Lehrgänge zu verdienen. Ausgerechnet bei der DM in der Willinger EWF-Arena vor zwei Jahren nahm ihre Karriere die Wendung zum Besseren. Mittlerweile stehen Weltcup-Einsätze in ihrer Vita, und auch im kommenden Winter sollte sie zur erste Garde zählen.

Am Donnerstagabend unterschrieb Nadine etliche Autogrammkarten und beantwortete manche Frage zu ihrer Laufbahn. Es muss nicht der letzte Empfang für sie gewesen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare