Amtsgericht Korbach

Rettungskräfte angegriffen: Sechs Monate auf Bewährung für Vater und Sohn

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Weil sie während eines Rettungseinsatzes in der Korbacher Fußgängerzone Sanitäter angegriffen und bei ihrer Arbeit behindert haben, sind ein 47-Jähriger Korbacher und sein 31 Jahre alter Sohn vor dem Amtsgericht zu jeweils zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem müssen sie 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Korbach – Weil sie während eines Rettungseinsatzes in der Korbacher Fußgängerzone Sanitäter angegriffen und bei ihrer Arbeit behindert haben, sind ein 47-Jähriger Korbacher und sein 31 Jahre alter Sohn am Montag vor dem Amtsgericht zu jeweils zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem müssen sie 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Der Fall sorgte im August 2018 bundesweit für Aufsehen: Bei dem Einsatz vor einer Eisdiele kam es zu tumultartigen Szenen, Polizeibeamte mussten schließlich dafür sorgen, dass Notarztarzt und Sanitäter einen 29 Jahre alten Mann versorgen konnten: Der Bruder, beziehungsweise Sohn der beiden Angeklagten, war dort zuvor mit Krampfanfällen zusammengebrochen.

Laut Einsatzprotokoll hatte der Rettungswagen elf Minuten bis zum Einsatzort benötigt. Weil den beiden Angeklagten das zu lang dauerte, wurden sie handgreiflich und behinderten und beschimpften einer der Rettungskräfte, der sich deshalb nicht um den Patienten kümmern konnte. Ein zweiter Sanitäter drang unterdessen nicht durch den Pulk durch, der sich inzwischen um den 29-Jährigen gebildet hatte.

Richter Karl-Heinz Kahlhöfer-Köchling sah es als erwiesen an, dass der 31-Jährige einen der Sanitäter geschubst, mehrfach vor die Brust gestoßen und beleidigt hatte. Als der Sanitäter anschließend die Polizei per Funk alarmierte, riss der 31-jährige Angeklagte an dessen Arm herum, sein Vater packte den anderen Arm des Sanitäters und drehte ihm das Funkgerät aus der Hand. Anschließend zerrten beide heftig an dem Sanitäter, sodass dieser eine leicht blutende Kratzwunde am Unterarm sowie mehrere Blutergüsse erlitt.

Die Angeklagten, die sich selbst verteidigten, räumten die Vorwürfe vor Gericht zum Teil ein, warfen dem Sanitäter allerdings vor, ohne äußeren Zwang die Hilfeleistung unterlassen zu haben. Für diese Version fand Kahlhöfer-Köchling keinen Beleg. Mit dem Strafmaß von sechs Monaten auf Bewährung folgte er dem Antrag der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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