Nationalparkzentrum eröffnet mit Gemäldeausstellung „Vier Jahreszeiten“

Der Rhythmus des Weltnaturerbes

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Inspiriert vom Weltnaturerbe Kellerwald-Edersee: Bilder von Waltraud Bolenz sind derzeit in einer Sonderausstellung im Nationalparkzentrum zu sehen. Foto: Lutz Benseler

Vöhl-Herzhausen. - Das Wasser ist weg, die Kunst wieder da: Nach elfwöchiger Zwangspause wegen eines Wasserschadens eröffnet das Nationalparkzentrum mit einer Sonderausstellung die neue Saison. Zu sehen sind Gemälde von Waltraud Bolenz.

„Jetzt kann es wieder richtig losgehen“, freut sich Katrin Anders, Leiterin des Nationalparkzentrums bei Herzhausen. Der Wasserschaden ist beseitigt, der Boden repariert, die Wände frisch gestrichen, und auch die Ausstellung wurde aus- und wieder eingebaut, gewartet und gewienert. Elf Wochen hatte die aufwendige und zeitintensive Instandsetzung gedauert. Die Wiedereröffnung feiert das Nationalparkzentrum mit der Sonderausstellung „Vier Jahreszeiten - Weltnaturerbe“ der Marburger Künstlerin Waltraud Bolenz.

Im Sommer 2012 war die heute 86-Jährige mit ihrer Tochter, der Brüsseler Künstlerin Ulrike Bolenz, im Weltnaturerbe-Gebiet des Nationalparks unterwegs und hat die Buchenwelt auf faszinierende Weise portraitiert. „Wir hatten uns für eine Woche einquartiert. Es war ein tolles Erlebnis am Edersee“, berichtet Ulrike Bolenz. Aus zahlreichen dort geschossenen Fotos entstanden im Folgenden großformatige Landschaftsbilder in Acryl und mit Kohle und Kreide ge- zeichnete Portraits der Tierwelt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Gemälde, die den Nationalpark in den verschiedenen Jahreszeiten zeigen. „Die Bilder leben vom Rhythmus“, erklärt Ulrike Bolenz das Werk ihrer Mutter. Den geben einerseits statische Elemente wie Baumstämme vor, andererseits dynamische Farbtupfer. Bolenz bildet so die Landschaft nicht bloß naturalistisch ab, sondern gibt ihren Bildern eine zusätz- liche abstrakte Ebene.

Mit viel Sensibilität für die Balance zwischen gesehener Wirklichkeit und künstlerischer Verfremdung eröffnet die Künstlerin dem Betrachter eine neue Sichtweise auf die Schönheit von Bäumen, Wäldern und Wasserlandschaft. Die gelernte Textildesignerin hat 1980 ein Examen am Institut für Grafik und Malerei in Marburg absolviert und im Anschluss mehr als 20 Jahre lang Kurse an der Sommerakademie der Universitätsstadt gegeben.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Nationalparkzentrums (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr) kostenfrei zu besichtigen und wird bis zum 31. März zu sehen sein. (lb)

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