„Radeln ohne Alter“ in der Kreisstadt– Stadt schafft zwei Rikschas an

Rikschafahrer für Ausflüge in Korbach gesucht

 Zwei Rikschas stehen vor dem Tagespflegezentrum am Kniep in Korbach,  (von links)  Sassan Pur, Geschäftsführer des Krankenhauses und Pflegezentrums, Ribana Klabunde, Claudia Schneider, Dr. Marc Müllenhoff, Robert Kettschau und Bürgermeister Klaus Friedrich.
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Radeln ohne Alter: Die Stadt Korbach hat zwei Rikschas angeschafft. Von links: Sassan Pur, Geschäftsführer des Krankenhauses und Pflegezentrums, Ribana Klabunde, Claudia Schneider, Dr. Marc Müllenhoff, Robert Kettschau und Bürgermeister Klaus Friedrich.

Korbach – „Glück kennt kein Alter“: Nach dem Leitsatz des Hauses am Nordwall können Korbacher Senioren bald Ausflüge mit dem Rad erleben – auch, wenn sie selbst gar nicht mehr Radfahren können. Denn die Stadt Korbach und das städtische Zentrum für Pflege und Betreuung haben zwei Rikschas angeschafft – und suchen nun nach Ehrenamtlichen, die Lust haben, in die Pedale zu treten und die Fahrrad-Rikschas zu fahren.

Die Piloten unternehmen dann mit den Seniorinnen und Senioren Ausflüge – sei es ins Grüne, zum ehemaligen Wohnviertel des Fahrgastes oder in die Stadt, „die sich in den vergangenen Jahren vielfältig verändert hat. Da lassen sich gerade mit dem Fahrrad viele Dinge neu entdecken“, sagt Bürgermeister Klaus Friedrich bei der Vorstellung des Rikscha-Projekts vor dem Tagespflegezentrum „Haus am Kniep“: „Das ist ein schönes Projekt“.

In den Rikschas können maximal zwei Passagiere Platz nehmen, in Zeiten von Corona darf allerdings nur einer mitfahren. Da die Passagiere vor dem Piloten sitzen, haben sie einen guten Blick nach vorn. Die Rikschas verfügen über einen elektrischen Motor von 500 W, der die Tretleistung des Piloten je nach Bedarf unterstützt. Es gibt Einstiegshilfe, Gurte und Knieschutz. Eine flexible Überdachung schützt die Passagiere vor Wind, Regen und Sonne. „Wer seine Zeit zum Geschenk machen und sich dabei auch noch fit halten möchte, kann sich gern als Fahrerin oder Fahrer melden“, sagt Claudia Schneider vom Qualitäts- und Sozialmanagement des Pflegezentrums. Jeder Ausflug sei ein kleines Abenteuer, bei dem gemeinsame Erinnerungen geschaffen und Lebensgeschichten geteilt würden, sagt Claudia Schneider.

Sie, aber auch Mitarbeiter des Rathauses, koordinieren Fahrten, nehmen Ausfahrtswünsche der Senioren an, „aber auch von jüngeren Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind“, erklärt Claudia Schneider. Sie vereinbaren Termine und sind Ansprechpartner für die Fahrer. „Bei der Schulung der Fahrer, die rund zwei Stunden dauert, und der Wartung der Geräte stehen wir zur Seite“, sagt Robert Kettschau von der Korbacher Firma Picco und Pedalo, die die Ausschreibung gewann.

Radeln ohne Alter

Die Idee für das „Radeln ohne Alter“ hatte der Däne Ole Kassow 2012. Die Rückmeldungen aus den Altersheimen waren positiv und die Ausfahrten hatten derart tiefgreifend positive Effekte auf die alten, geh- oder sehbehinderten Menschen, dass das Projekt in immer mehr Kommunen umgesetzt wurde. Mehr Infos unter radelnohnealter.de md

„Bei dem Projekt wird Haupt- und Ehrenamt sinnvoll verbunden“, sagt Klaus Friedrich. Außerdem fördere die Initiative die Gemeinschaft über Altersgrenzen hinaus und eine aktive Mitbürgerschaft. Die Idee hatte Ribana Klabunde, Leiterin des Hauses am Nordwall. Sie war in einer Fachzeitschrift auf die Arbeit des Vereins „Radeln ohne Alter“ gestoßen. Das Projekt sei „eine schöne Abwechslung. Wir wollen das Positive im Leben fördern“.

Sie und Claudia Schneider fanden Fürsprecher bei der Stadt, ein Fördertopf wurde gefunden, erklärt Dr. Marc Müllenhoff, im Rathaus zuständig für Stadtmarketing und Tourismus: „Die Leader-Region Diemelsee-Nordwaldeck hat die Investition mit Mitteln des Landwirtschaftsfonds und des Landes Hessen im Rahmen der Dorf- und Regionalentwicklung mit 10 000 Euro gefördert.“ Insgesamt liegen die Anschaffungskosten bei rund 15 000 Euro. „Damit bieten wir die Möglichkeit zur Teilhabe am Leben, erzielen mit einem kleinen Betrag eine große Wirkung“, so Müllenhoff.

Wer Freude an Bewegung und Kommunikation hat, kann sich melden bei Claudia Schneider, Telefon 05631/5065-324, E-Mail rikscha@haus-am-nordwall.de

Von Marianne Dämmer

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