Befestigungsanlage soll touristisch besser erschlossen werden · Arbeitskreis schaltet einen Archäolo

Ein Ringwallweg auf der Schwalenburg

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Blick auf die Schwalenburg. Die beeindruckende frühgeschichtliche Anlage soll mit einem gut 1800 Meter langen Ringwallweg, der in drei Abschnitte unterteilt wird, touristisch besser erschlossen werden.

Willingen-Schwalefeld - Die „Freunde der Schwalenburg“ hoffen, dass sie ihrem Ziel, die frühgeschichtliche Befestigung touristisch besser zu erschließen, in diesem Jahr ein deutliches Stück näherkommen.

Es ist geplant, auf der Anlage einen Ringwallweg auszuweisen und zu beschildern, um Gästen aus nah und fern einen Zugang zu der nach wie vor geheimnisumwitterten Anlage zu ermöglichen.

Detaillierte Planung

Engagierte Schwalefelder haben in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Archäologen Dr. Klaus Sippel vom Landesamt für Denkmalpflege bereits mehrere Arbeitseinsätze an der Schwalenburg durchgeführt und dabei Teile der Wälle freigeschnitten (die WLZ berichtete darüber). Basierend auf einem 2011 von Dr. Marc Müllenhoff erstellten Erlebniskonzept haben die „Freunde der Schwalenburg“ mittlerweile außerdem eine detaillierte Planung für den Ringwallweg erarbeitet. Harald Brüne, Willi Lange, Helmut Kesper und Holger Lange erläuterten sie am Samstag im Gespräch mit der Waldeckischen Landeszeitung.

Startpunkt für den zukünfti-gen Rundweg ist der Aussichtsturm im mittleren Ringwall. „Um die gesamte Anlage in ihren immensen Ausmaßen für die Besucher erlebbar zu machen, haben wir versucht, alle Ringwälle in den Rundweg mit einzuschließen.“ Die Strecke soll in drei Abschnitte unterteilt werden, so dass die Besucher selbst entscheiden können, inwieweit sie in die Geschichte der Schwalenburg einsteigen und wie viel Zeit sie in den Besuch investieren wollen. Der innere Ringwallweg misst etwa 325, der mittlere rund 650 und der äußere zirka 850 Meter.

Kein Schilderwald

Am Aussichtsturm und an markanten Punkten des Weges sollen Tafeln mit kurzen, informativen Texten und Schaubildern aufgestellt werden. „Es ist kein Schilderwald geplant“, so die Sprecher des Arbeitskreises. Es ist ihnen jedoch wichtig, den Besuchern die bisher gewonnenen Erkenntnisse über die Schwalenburg zu vermitteln. „Die Gäste sollen ein ungefähres Bild davon bekommen, wie die Anlage ausgesehen haben könnte.“ Schilder sollen beispielsweise an den Toren, einer freigelegten Trockenmauer, einer Quelle und ähnlich prägnanten Punkten installiert werden.

Die Kosten für das Projekt sowie für den Eimelroder Gold- und den Welleringhäuser Vulkanpfad belaufen sich auf insgesamt gut 67 000 Euro. Die Uplandgemeinde erhält dazu einen Zuschuss in Höhe von rund 36 600 Euro aus dem Leader-Fördertopf und bringt 30 400 Euro an Eigenmitteln auf. Um ein höchstmögliches Maß an Sachkunde zu garantieren, arbeiten die „Freunde der Schwalenburg“ jetzt mit Dr. Armin Werner Fuchs zusammen, mit dem die Texte für die Info-Tafeln abgestimmt werden sollen. Er ist Archäologe und auf die Vor- und Frühgeschichte spezialisiert. Dr. Fuchs wohnt in Weimar bei Marburg, hat jedoch eine enge Beziehung zum Waldecker Land. Er stammt aus Ehringen, das zum Zeitpunkt seiner Geburt allerdings noch zum damaligen Kreis Wolfhagen gehörte, im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform jedoch 1972 zusammen mit Volkmarsen in den früheren Kreis Waldeck eingegliedert wurde.

Fuchs studierte in Marburg und schrieb seine Abschlussarbeit über Grabhügel in Wal-deck (vor allem im Diemelstädter und Wildunger Raum). Er hat in den letzten Jahren bei zahlreichen Grabungen quer durch die Epochen mitgewirkt und bringt insbesondere Ringwall-Erfahrung mit.

Licht ins Dunkel bringen

Die Schwalefelder hoffen, dass es eventuell gelingt, unter Aufsicht von Dr. Armin Werner Fuchs und in Absprache mit Dr. Klaus Sippel in den nächsten Jahren Grabungen an der Schwalenburg durchzuführen, um etwas Licht ins historische Dunkel der beeindruckenden Anlage zu brin-gen. Zwar haben um das Jahr 1910 herum schon einmal Grabungen stattgefunden. „Es gibt jedoch keine Aufzeichnungen darüber“, bedauern die Sprecher des Arbeitskreises. Auch das damals eventuell gefundene Material ist verschollen.

Dass es rund um Schwalefeld eine Menge zu entdecken gibt, steht zweifelsfrei fest. So hat Renate Hill aus Usseln beim Schwalefelder Heimattag im Jahr 2012 etliche Keramikscherben gezeigt, die sie in der Nähe des Ortes gefunden hat.

Umfassende Informationen über den geplanten Ringwallweg gibt es in der Jahreshauptversammlung des Willinger Heimat- und Geschichtsvereins, dem der Schwalefelder Arbeitskreis als Abteilung komplett beigetreten ist. Sie findet am Mittwoch, 26. Februar, im Hotel „Sauerländer Hof“ statt (Beginn: 19 Uhr). Auf der Homepage des Vereins ist allerhand Wissenswertes über die Schwalenburg nachzulesen (www. heimatverein-willingen.de).

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