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Fortschritt in der Gastronomie: Wenn der Roboter das Essen liefert

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Von: Stefanie Rösner

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Technologien können das Problem des Fachkräftemangels entschärfen. Das wurde bei einer Veranstaltung des Unternehmens Gastrodina in Korbach deutlich. 

Korbach – Die Gäste sind zurückgekommen, aber die Mitarbeiter nicht: Das ist das Schicksal, das manche Gastwirte aufgrund der Corona-Pandemie ereilt hat. Doch wenn Personal fehlt, stimmt auch der Umsatz nicht mehr. Ein Roboter, der anstelle des Kellners die Getränke serviert oder kassiert? Das ist längst keine Science Fiction mehr, sondern Realität in vielen Großstädten und bald auch auf dem Land, prophezeit Julian Dielenhein.

Er ist Geschäftsführer von Gastrodina, einem Unternehmen aus Korbach-Nieder-Ense, das im vergangenen Jahr neu gegründet wurde und schwerpunktmäßig Gastronomie, Hotellerie und kleine Gaststätten berät. Mit innovativen Prozessen will das Unternehmen Gastronomen zu mehr Effizienz im Arbeitsalltag verhelfen. Die Partner werden bei der Verfahrensdokumentation unterstützt und motiviert, sich für Innovationen zu öffnen. „Der Arbeitsalltag soll erleichtert werden“, erklärt Julian Dielenhein. „Wir wollen die Vorteile der Digitalisierung vermitteln.“

Gastronomie in Korbach: Trotz Personalmangel für Zukunft gewappnet sein

Unter dem Motto Prozessoptimierungen und Personalmangel stand somit auch der Gastrotag, der bei dem Großhandel Schwalenstöcker in Korbach stattfand. Etliche Vertreter aus dem Gastgewerbe tauschten sich über Möglichkeiten aus, die der Branche helfen sollen, sich trotz fehlender Fachkräfte für die Zukunft aufzustellen.

Austausch beim Gastrotag in Korbach: (von links) Harald Bracht (Firma Schwalenstöcker), Kai Nasemann und Julian Dielenhein (beide Geschäftsführer von Gastrodina aus Nieder-Ense) und Thomas Holenstein von der Firma Sebotics mit einem Service-Roboter.
Austausch beim Gastrotag in Korbach: (von links) Harald Bracht (Firma Schwalenstöcker), Kai Nasemann und Julian Dielenhein (beide Geschäftsführer von Gastrodina aus Nieder-Ense) und Thomas Holenstein von der Firma Sebotics mit einem Service-Roboter. © Stefanie Rösner

Ein anschauliches Beispiel ist der Service-Roboter der Firma Sebotics mit dem Namen Bella, der bessere Arbeitsbedingungen für Angestellte schaffen soll. Der Roboter übernimmt lange Wege, kann dabei auf mehreren Etagen Essen und Getränke transportieren, soll dadurch die Angestellten entlasten und die Service-Qualität steigern. Laut dem Geschäftsführer Thomas Holenstein kommen solche Roboter bereits bei Hotels in Nordhessen zum Einsatz.

Kreis Waldeck-Frankenberg: Roboter bringt mehrere Vorteile mit sich

Das Gastgewerbe ist eine Branche, die bislang vom persönlichen Kontakt zwischen Kunden und Servicekräften geprägt war. Die digitale Speisekarte hat sich längst etabliert. Das bargeldlose Bezahlen am Ende des Restaurantbesuchs sowieso. Dass ein Roboter auch das Essen an den Tisch liefert, sei nur der nächste logische Schritt, findet Thomas Holenstein.

Solche Roboter hätten mehrere Vorteile, meint Julian Dielenhein. „Er wird nicht krank, er nimmt keinen Urlaub, und er bekommt keinen Anteil vom Trinkgeld.“ Sicherlich gebe es Kunden, die solchen neuen Entwicklungen skeptisch gegenüberstehen. Unterm Strich könne ein Roboter aber den Umsatz steigern, weil viele Gäste begeistert sind und schon mal das eine oder andere Getränk mehr bestellen, weil der Roboter sich schnell kümmert.

Fortschritt in Korbach: Herstellung des Essens optimieren

Auch von anderen Gewohnheiten müssen sich Gastbetriebe und Gäste mancherorts verabschieden. Wo nicht mehr alles selbst frisch gekocht werden kann, sollen vorgegarte Gerichte helfen, die schnell und mit wenig Personal zubereitet und ansehnlich angerichtet werden können. Dafür wirbt Uwe Seipp, der aus Battenberg-Laisa stammt. Mit seinem Unternehmen Sander versorgt er bundesweit Schulen, Kitas, Altenheime, Kantinen und Gastronomen, auch einige in Waldeck-Frankenberg.

Für Innovationen im Gastgewerbe: Uwe Seipp von der Firma Sander, die Gerichte für die Gastronomie vorgegart anbietet.
Für Innovationen im Gastgewerbe: Uwe Seipp von der Firma Sander, die Gerichte für die Gastronomie vorgegart anbietet. © Stefanie Rösner

Zwei verschiedene Verfahren kommen zum Einsatz, die seiner Ansicht nach bei steigenden Personal-, Betriebs- und Energiekosten helfen können, im Gastgewerbe rentabel zu wirtschaften. „Viele Gastronomen verdienen kein Geld mehr“, sagt Uwe Seipp. Er wolle Lösungen zeigen, wie Gaststätten auch in Zukunft überleben können.

Sein Betrieb mit Sitz in Rheinland-Pfalz bereitet täglich tonnenweise frische Lebensmittel zu. Bei dem Sous-Vide-Verfahren werden die Gerichte in einem Vakuumbeutel bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen im Wasserbad gegart. Bei der Cook-and-Chill-Methode werden die Speisen zubereitet und gegart, dann gekühlt und erst unmittelbar vor dem Servieren in einem Konvektomaten erwärmt. „Die Nährstoffe bleiben erhalten, die Qualität ist gut und weniger Essen wird verschwendet“, sagt Uwe Seipp. (Stefanie Rösner)

Der Gastronomie in Korbach und dem Kreis Waldeck-Frankenberg fehlen vor allem Köche und Kellner.

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