Junger Korbacher beim Deutschlandfinale des „Tamiya Fighter Cups“

Vom „Rookie“ zum Teamspieler

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Robin Vögler hat fünfmal am Tamiya Cup teilgenommen. Der Pokal ist für einen Erfolg abseits der Rennstrecke: den vierten Preis beim Karosserie-Wettbewerb mit seinem „Minion“-Aufbau.Fotos: Wilhelm Figge

Korbach - Robin Vögler ist ein Experte im Umgang mit Tamiya-Flitzern - ein Hobby zum Schrauben, Fahren und Freunde finden.

Mit zehn Jahren hatte Robin Vögler seinen Tamiya-Bausatz vor sich: Ein ferngesteuerter Buggy sollte daraus entstehen, ein richtiger Rennwagen mit Ölstoßdämpfern und einem Differential, das erst noch zusammengesetzt werden musste. „Das war recht schwer“, erinnert sich der Korbacher, sein Vater Axel griff ihm unter die Arme.

Mittlerweile ist der damalige „Rookie“, also Neuling, 16 Jahre alt. Er hat Erfahrung im Schrauben und im Fahren: Fünfmal in Folge war er beim Deutschlandfinale des „Tamiya Fighter Cups“ in Sonneberg dabei. Vom 7. bis 9. August fuhr er im „Super Stock“ mit, der fortgeschrittenen der beiden Klassen. Er schaffte es in der Offroad-Wertung auf Platz 25 von 62, im Gesamtstand auf die 33. Position.

200 Piloten im Fahrerlager

200 Piloten kamen nach Sonneberg: aus ganz Deutschland, mit Gästen aus Polen und den Niederlanden. Der jüngste war vier Jahre alt. Robin Vögler hat viele Freunde im Fahrerlager, mit denen er zuletzt als Team auftrat. Er und sein Vater schwärmen von der Atmosphäre: Tagelang campen die Teilnehmer, lassen sich schulen und tauschen sich aus. „Wenn man mal ein Ersatzteil nicht im Geschäft findet, helfen die anderen aus“, beschreibt Robin das lockere Miteinander.

Auf Chancengleichheit wird großer Wert gelegt: Das „tunen“ der Fahrzeuge ist beschränkt, Motoren werden erst in Sonneberg verteilt. „Es soll ja keine Materialschlacht werden“, erklärt Axel Vögler. Gewisse Umbauten sind erlaubt, Robins Flitzer hat ein neues Ritzel, Kugellager und Verstärkungen aus Aluminium. Das reiche aus, erklärt Robin: „Der Deutsche Meister Jonas Ueberschaer ist ein Freund von mir, der fährt fast komplett den Bausatz.“

Das eine oder andere rund ums Schrauben hat er gelernt: Im Urlaub habe er sich als echter Pannenhelfer erwiesen, freut sich seine Mutter Marina. Und auch wenn die Tamiya-Leidenschaft meist eine Angelegenheit für Vater und Sohn ist, war die Arbeit für den Karosserie-Wettbewerb in Sonneberg eine für die ganze Familie: Mit einem „Minion“-Aufsatz überzeugte Robin die anderen Teilnehmer und landete auf Platz vier. Der Clou war ein an einen Servomotor gekoppeltes Lenkrad, so dass der kleine Handlanger beim Steuern seine Arme mit bewegte.

In Zukunft wird Robin weniger zum Rennfahren kommen. Nicht nur stehen Führerschein und Abi an, er entwächst dem „Fighter Cup“. Ab 17 Jahren müsste er im „Euro Cup“ mitfahren.

Dabeisein wird schwierig

Eine Finalqualifikation dafür erfordert gute Platzierungen bei acht Rennen, in der Jugendklasse reichte noch eine. Schon dafür mussten Robin und Axel Vögler nach Göttingen fahren, im näheren Umfeld gibt es keine Rennen mehr, seit ein heimischer Händler vor vier Jahren geschlossen hat.

Mit seinen Tamiya-Freunden aus ganz Deutschland möchte er aber weiter etwas unternehmen, etwa in Sonneberg aushelfen. Auch wenn es wohl sein letztes Finale war, Rennen bei Händlern stehen ihm offen: „Die freuen sich immer, wenn Sonneberg-Mitfahrer dabei sind“, erklärt Axel Vögler: „Sie können dann wieder ‚Rookies‘ beraten.“

Von Wilhelm Figge

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