Professor Burkhard Fricke kommt mit 400 Kindern der Frage nach dem Leuchten der Sonne auf die Spur

Vom roten Riesen und weißen Zwerg - Video

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Wie heiß ist die Sonne? Professor Dr. Burkhard Fricke von der Uni Kassel freute sich über das Interesse der kleinen Studenten.

Korbach. - Zu einer Reise ins Weltall nahm Professor Burkhard Fricke die kleinen Studenten der Kinder-Uni gestern Nachmittag mit. Auf dem Lehrplan stand die Frage „Warum leuchtet unsere Sonne?“. 400 Kinder machten sich mit dem Experten auf Spurensuche.

Wenn es um die Sonne geht, ist Jakob Experte. In der Sternwarte hat er die Sonne bereits unter die Lupe genommen und so schnell kann man dem Achtjährigen nichts vormachen. Hoch konzentriert sitzt er deswegen auch gestern Nachmittag in der Vorlesung von Professor Dr. Burckhard Fricke. „Wie warm ist die Sonne denn?“, fragt der Fachmann vom Institut für Physik in Kassel und Jakobs Finger saust in die Höhe. „5000 Grad“, sagt er „und 15 Millionen Grad im Kern.“ Recht hat er und kurzerhand kürt auch der Kasseler Professor den Jungen zum Experten. Viele kleine Studenten lauschen am Mittwochnachmittag den Worten des Sonnen-Fachmanns. Der hat viele Zahlen und Grafiken im Gepäck und macht sich bei der Neuauflage der Kinder-Uni mit seinen kleinen Studenten auf die Suche nach der großen Frage „Warum leuchtet unsere Sonne?“.

Nicht jedes Wort verstehen die Kinder am Mittwochnachmittag, aber den Kern der Sache erkennen sie schnell: Wenn zwei Protonen zusammenkommen, gibt es einen Knall und es entsteht Wärme. „Aus Wasserstoff wird bei diesem Prozess Helium“, erklärt der Professor, „und so wird es hell und warm.“

Ohnehin hat die Sonne einiges zu bieten, stellen Professor und Kinder fest: Wenn die Erde so groß ist wie ein Stecknadelkopf, dann ist die Sonne ein Handball. Zwischen beiden Sternen liegen rund 150 Millionen Kilometer. Und die Geburtsstunde der Sonne liegt rund vier Milliarden Jahre zurück. Damit ergibt sich eine wichtige Frage für die Kinder: „Wird die Sonne eines Tages auch sterben?“ Verblüfft stellten die Kinder fest, dass der Professor aus Kassel den Tod der Sonne sogar voraussagen kann.

Es ist die Geschichte vom roten Riesen und dem weißen Zwerg, die Burkhard Fricke seinen kleinen Studenten dann erzählt, und schnell wird den Kindern klar: Das ist ein brandheißes Thema. „Die Sonne wird immer wärmer“, erklärt er den Kindern, „in zwei Milliarden Jahren wird es deswegen auch auf der Erde 60 bis 80 Grad warm sein und damit wird das Leben hier unmöglich.“ In sechs Milliarden Jahren werde sich die Sonne schließlich so aufblähen, dass die Experten ihr den Namen „Roter Riese“ verliehen haben. Dieser Riese verschlucke die Planeten. „Ob das auch für die Erde gilt, wissen wir nicht, aber Menschen und die Tiere leben hier dann ohnehin nicht mehr“, sagt der Wissenschaftler. Als Nächstes werfe die Sonne ihre Hülle ab und zurück bleibe ein kleiner Kern. „Den nennen wir weißer Zwerg“, erklärt Fricke.

So richtig behagt den Kindern­ diese Vorstellung nicht. „Dann sterben wir aus?“, fragt ein Mädchen in der ersten Reihe und wirkt betrübt ob der neuen Einsicht. Der Professor muss das bestätigen: „Aber darum brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn dann leben wir alle schon lange nicht mehr“, sagt er. Ein schaler Beigeschmack bleibt und die junge Studentin stellt betroffen fest: „Das ist gemein von der Sonne.“ (resa)

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