So klingt die Region: WLZ-Serie "Musiker im Porträt"

Sängerin Ines Kemna: „Meine Musik muss eine Seele haben“

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Auf der Bühne fühlt sich Ines Kemna wohl. „Sie ist mein Zuhause.“ 

Korbach – Ob Rock, Pop, Soul oder Heavy Metal: Zahlreiche Solokünstler und Bands aus dem Waldecker Land sorgen für handgemachten Sound. In einer Serie stellen wir Musiker vor. Heute Ines Kemna aus Korbach.

„Musik war schon immer ein Teil meines Lebens“, sagt Ines Kemna. Von klein auf singt die gebürtige Korbacherin, vor gut sechs Jahren hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – und hat sich seitdem einen Ruf gemacht unter anderem als Hochzeitssängerin. Bis zu 50 Auftritte absolviert die 37-Jährige jede Saison.

Die Liebe zur Musik wurde ihr schon in die Wiege gelegt. Sie kommt aus einer musikalischen Familie, erzählt sie. Vor allem die Seite ihres Vaters ist musikbegeistert, viele spielen aktiv in Bands. Noch während der Schulzeit hat Ines Kemna, gebürtige Macek, mit fünf Schulkameradinnen eine Girlgroup gegründet. Die „Six-Teens“ machten, unterstützt von Lehrer Rolf Oppermann, Musik der 60er-Jahre. „Er hat uns und auch mich sehr gefördert“, sagt sie. Sie sang in Chören, mit ihrer Girlgroup aber auch bei Schulfesten.

50 DM für den ersten Auftritt

Mit 14 Jahren hat die Korbacherin dann zum ersten Mal allein vor Publikum gesungen, damals bei einer Hochzeit. „50 DM bekam ich dafür“, erinnert sie sich lachend. Als 17-Jährige traf sie dann Stefan Weitzel, mit dem sie gut zehn Jahre lang Musik unter dem Namen „Doppelpack“ bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen machte. Beruflich entwickelte sich ihr Weg zunächst aber in eine ganz andere Richtung: Kemna ist eigentlich Berufsschullehrerin, arbeitete einige Jahre als Personalentwicklerin in Kassel. Auftritte – ob bei Hochzeiten oder Festen wie dem Altstadt-Kulturfest – absolvierte sie in ihrer Freizeit. 

Bei der Verabschiedung von Schülern der Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen sang Ines Kemna vor ein paar Jahren - und bekam dafür Standing Ovations.

Nach einem Auftritt im Starclub Kassel seien die Anfragen explodiert. Doch irgendwann sei es zu viel geworden, erzählt sie, der Schichtdienst kollidierte zu oft mit Buchungsanfragen. „Ich habe beides gern gemacht, aber auf diese Weise ging nichts so richtig. Das hat mich innerlich zerrissen“, sagt sie. Zusammen mit ihrem Mann traf sie deshalb 2013 die Entscheidung, sich selbstständig zu machen. „Und ich habe es nie bereut“, sagt sie.

Nervenbündel vor jeder Show

Jetzt singt sie oft während Trauungen in der Kirche, bei ihren eigenen regelmäßigen Konzerten und bei Stadtfesten wie in Baunatal und Bad Wildungen oder bei Kneipenfestivals wie in Korbach und Wolfhagen. „Ich stehe gern auf der Bühne“, sagt sie. „Da fühle ich mich wohl, da bin ich Zuhause.“ Dennoch ist sie auch nach Jahren noch vor jedem Auftritt nervös: „Ich bin ein absolutes Nervenbündel“, sagt sie. Und das ist aus ihrer Sicht gut so. „Bin ich irgendwann nicht mehr nervös, höre ich auf.“ Dann sei es nämlich nur noch ein Job.

Bei ihren Auftritten liefert sie nicht nur Balladen ab, sondern auch Pop. „Helene Fischer ist mein Steckenpferd“, sagt die Mutter einer 17 Monate alten Tochter. Aber auch Covers von Oldies und Rocksongs gehören zum Repertoire. Lieder von Sängern wie Leona Lewis und Johannes Oerding gehören dazu, aber auch Titel von unbekannteren Interpreten. Jeden Musikwunsch kann Kemna aber nicht erfüllen: „Manche Lieder passen einfach nicht zu meiner Stimme oder ich kann das Gefühl nicht transportieren“, sagt sie. „Meine Musik soll aber nie lieblos sein, sie muss eine Seele haben.“

Hier gibt es Kontakt - und Musik

Viele weitere Infos über Ines Kemna und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf ihrer Internetseite, bei Facebook sowie über Instagram. Videos von Auftritten gibt es auf ihrem YouTube-Kanal.

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