Ehrungskonzert der Posaunenchöre aus Goddelsheim und Vöhl in Henkelhalle

Samtiger Sound und lebhafte Weisen

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Gut ausbalancierte Spannungskurve: Die Posaunenchöre aus Goddelsheim und Vöhl mit Solotrompeter Hendrik Oppermann.

Vöhl - Mit seinen rekordver-dächtigen 62 Jahren in den Posaunenchören von Goddelsheim und Vöhl bot Ernst Scribas Jubiläum den Anlass für das erste gemeinsame Konzert der beiden Blechbläser-Ensembles aus den Nachbargemeinden.

Und es wird wohl nicht der letzte Auftritt im Doppelpack sein, wenn es nach dem Willen der Zuhörer geht, die das musikalische Kontrast-programm der unterschiedlich ausgerichteten Posaunenchöre lebhaft beklatschten. Vöhls Dirigent Karl Müller, der auch als Conférencier durch den Abend führte, hatte zum Auf-takt festliche Klänge mit überwiegend geistlichem Hintergrund angesetzt, die den homogenen, samtigen Sound der Vöhler Bläser in einer gut ausbalancierten Spannungskurve zur Geltung brachten.

Großartiges Crescendo

Mit dem Dreigestirn Entrata I, Marsch und Entrata II gelang Karl Müller und seinen Musikern ein grandioser Abschluss des ersten Sets, denn auf das Ruf- und Antwortspiel der Trompeten, Hörner und Posaunen folgte der von einem großartigen Crescendo gesteigerte Pomp-and-Circumstance-Marsch Edward Elgars. Das lebhaftere zweite Entrate mit seinem tänzerischen Elan erwies sich als schwungvoller Abschluss des ersten Durchgangs für die Vöhler, die im zweiten Set die Evergreens ins Zentrum rückten. Mit einer hymnischen Version von Louis Armstrongs „What a wonderful World“ mit der Trompeten-melodie über dem harmonischen Fundament der Posaunen, Hörner und Tuben krönte der Evangelische Posaunenchor seinen zweiten Auftritt, bei dem der Schwerpunkt auf ruhigen Stücken wie „Yesterday“ lag.

Mit überwiegend quirligen Klängen spielte sich der Posaunenchor Goddelsheim unter der Leitung von Karl-Heinz Oppermann seinerseits in die Herzen der zahlreichen Zuhörer in der Henkelhalle. Dabei erwies sich die als letzte Zugabe gespielte „Lady Madonna“ als lebhafteres Beatles-Gegenstück. Aber schon der Zirkusmusik „Come along“ mit seinen Clownskapriolen auf der gestopften Trompete ließ aufhorchen.

Hendrik Oppermann sollte als Solist auch noch weiteren Stücken seinen Stempel aufdrücken, so auch dem anschließenden Dixieland-Marsch und dem von knackigen Posaunenrhythmen getragenen „Crispie“. Mit der rasanten jiddischen Hochzeitsmusik „Khosn Kale Mazel Tov“ legten die Goddelsheimer in Sachen Tempo noch einen drauf und forderten die erste Zugabe geradezu heraus: ein posaunenprofundes „Heaven ist a wonderful place“ mit beeindruckend sattem Sound.

Das volle Klangerlebnis bot das Zusammenspiel der beiden Klangkulturen in Jere-miah Clarks „The Prince of Denmarks March“ und bei der schottischen Hymne „High-land-Cathedral“, deren Trompetenstimme über dem Fundament der Harmoniestim-men schwebte, die ihrerseits ein fein abgestuftes Crescendo bis zum abschließenden Gipfelpunkt entwickelten.

Ehrung verdienter Mitglieder

Das abschließende Easy-listening-Schmankerl „Friends for life“ klang fast schon programmatisch. Mit dem Geburtstagsständchen für Rolf Bangert, der seinen 46. Geburtstag auf dem Podium feierte, ging der gemeinsame Teil des Konzerts, das ein breites Spektrum von Klassik, Jazz, Pop und Kirchen-musik abgedeckt hatte, zu Ende.Der Anlass für das bislang einmalige Zusammenspiel stand im Mittelpunkt des Abends: die Ehrung für Ernst Scriba für insgesamt 62 Jahre in beiden Blechbläser-Ensembles. Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg hatte zuvor weitere lang gediente Mitglieder des Evangelischen Posaunenchores Vöhl mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet: Simone Fleck und den Vorsitzenden Wolfgang Schäfer für je 40 Jahre, Adolf Hille für 42 Jahre, Horst Ses-selmann und Ehrenfried Skrzypale für 50 und 56 Jahre. (ahi)

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