Vorbereitungen für die neue Saison laufen - Kinderstück-Premiere am 19. Juni

Noch nie größere Kulissen: Zwei Schiffe für die Freilichtbühne

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Passt alles? Kulissenbauer und andere fleißige Mitglieder der Freilichtbühne schauen beim Abladen eines Schiffes im Schießhagen genau hin. Zwei Mitarbeiter des Bauhofs brachten die Schiffe mit Anhänger und Trecker von der Werkstatt zur Bühne. 

Korbach – Das war Maßarbeit: Größer hätten die Schiffe nicht sein dürfen, dann hätten sie nicht mehr auf den Anhänger gepasst. Die Kulissenbauer der Korbacher Freilichtbühne haben unter der Leitung von Andreas Uebe zwei mehr als sechs Meter lange Schiffe gebaut. Noch nie gab es auf der Freilichtbühne größere Kulissen.

Als Ende vergangenen Jahres klar war, dass in dieser Saison unter anderem „Seeräubermoses“ auf der Korbacher Freilichtbühne gezeigt werden soll, war auch klar: zwei Schiffe müssen her. Andreas Uebe nahm für die Kulissenbauer das Zepter in die Hand – und baute „frei Schnauze“ drauf los, wie er sagt. Als Vorlage diente ihm und seinen Mitstreitern lediglich ein Bild aus dem Internet.

Pläne hatte der gelernte Techniker nicht entworfen, dafür aber das Drehbuch gelesen. Schließlich musste er wissen, welche Szenen sich auf den Schiffen abspielen und wie viele Menschen sich darauf aufhalten müssen. Schon im Dezember haben Uebe und seine Truppe die Achsen geschweißt.

Mit Trecker und Anhänger wurden die jeweils gut eine Tonne schweren Schiffe von Bauhofmitarbeitern zum Schießhagen gebracht. 

In den vergangenen Monaten sind dann in einer Scheune nahe der Feuerwehr zwei jeweils 6,50 Meter lange und 2,20 Meter breite, je gut eine Tonne schwere Schiffe entstanden – die sogar fahren können.

Angetrieben werden sie von Motoren, die im Schiffsinnern versteckt sind. So können die hölzernen Schiffe auf der Bühne mit Schrittgeschwindigkeit bewegt werden. Lenken lassen sich die Piratenschiffe – wie es sich gehört – mit einem Steuerrad.

Tausende Stunden Arbeit stecken in den Schiffen, schätzt Uebe. Und manches Mal habe ihn die Arbeit zur Verzweiflung gebracht. Um die Motorisierung hinzubekommen, holte er sich Rat von außerhalb, vieles andere klärte sich, nachdem er mal eine Nacht drüber geschlafen hatte. So auch die Frage, wie man dem Zuschauer suggerieren könne, dass ein solches Schiff zwei Decks hat, obwohl es tatsächlich nur eines ist. Schließlich gebe es Lager und Zellen für Gefangene stets im unteren Deck.

Die Lösung: Die Kulissenbauer haben ein paar Stufen auf den Schiffen angebracht. Werden diese benutzt, nimmt der Zuschauer wahr, dass nach unten gestiegen wird.

Die Macher: (von links) Andreas Uebe – wichtigster Mann beim Bau – mit Gerrit Conradi, Andreas Ledebuhr un d Kartal Ayal.

Mit Hilfe des Bauhofs der Stadt wurden die Schiffe jetzt in den Schießhagen gebracht. Dort folgen noch die restlichen Arbeiten: Die Schiffe werden nicht nur braun gestrichen, sondern bekommen noch je zwei Masten, die zwischen vier und fünf Meter hoch sind. Eine Besonderheit: An einem Mast gibt es einen Ausguck, ein sogenanntes Krähennest, das tatsächlich auch benutzt werden kann. Der Schauspieler wird dann aus einer Höhe von gut sechs Metern auf die Szenerie hinunterschauen können.

Ein Großprojekt, das die Bühnenbauer gestemmt haben, und eines, das ohne weitere Hilfe nicht möglich gewesen wäre, sagt Volker Thielemann von der Freilichtbühne. Ob nun durch das THW oder den Bauhof.

Was am Ende der Spielzeit aus den beiden Schiffen wird, ist noch unklar. Möglicherweise werden sie an eine andere Freilichtbühne verkauft, die sie gebrauchen könnten, sagt Andreas Uebe. Jetzt wird die Piratengeschichte um Moses und die Seeräuber jedoch erst einmal in Korbach gezeigt. 

Alle Termine und Vorverkauf auf der Internetseite der Freilichtbühne

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