Korbacher lesen ihre Lieblingsbücher: Serie in Stadtbücherei kommt an

Von Schischyphusch und rosa Damen

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- Korbach (resa). Es sind die Vorleser, die schon in der Kindheit in die Welt der Ritter und Burgen, Prinzessinnen und Drachen entführen. Dass auch Erwachsene am Hören von Geschichten Freude haben können, beweist die neue Aktion des Fördervereins Lesebändchen.

Nicht umsonst haben Hörspiele in Deutschland Hochkonjunktur: Statt nur noch selbst zum Buch zu greifen, lassen viele Literaturfreunde vorlesen. Dass darin nicht nur ein Vergnügen, sondern auch viel Potential zum selber Weiterlesen liegt, bewiesen am Montag sieben Korbacher beim Auftakt der Serie „Lesenswert – Hörenswert“, zu der der Förderverein der Bücherei einlädt. Ob Bürgermeister oder Unternehmerin, Pfarrerin oder Musiker: Sieben bekannte Korbacher stellten ihre Lieblingsbücher vor, lasen ein Stück und sorgten beim großen Publikum für viel Applaus. „Es gibt eine unüberschaubare Fülle von Büchern“, erklärte Dr. Hartmut Wecker, Vorsitzender des Fördervereins zu Beginn, „da ist es gut, wenn man Empfehlungen bekommt“.

Und tatsächlich präsentierten die Vorleser eine vielseitige Mischung von traditioneller bis ganz neuer Literatur. Den literarischen Abend vor großem Publikum eröffnete Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis des Eisenbergs, mit Kästners Gedichten „Die 13 Monate“. „Das ist ein Alle-Jahre-wieder-Buch“, erklärte die Dekanin ihre Entscheidung, „und ich sehe dabei das Funkeln in den Augen Erich Kästners“. Mal heiter, mal nachdenklich, aber immer treffend, führten die Gedichte durch das Jahr. Heiter und humorvoll ging es danach mit Bürgermeister Klaus Friedrich weiter: Er hatte Richard David Prechts Bestseller „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ ausgesucht. „Mal spöttelnd, mal humorvoll und mal nachdenklich“, kommentierte Friedrich und stieg gut gelaunt in die unterhaltsamen Seiten ein, auf denen Precht von seiner Kindheit in einem kommunistischen, stets kritischen und immer ein bisschen anders seienden Elternhauses erzählte. „Mein Lieblingsbuch ist immer das, was ich gerade gelesen habe“, sagte Friedrich und freute sich über den Applaus des Publikums.

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