Starker Regen löst Überschwemmung aus

Schlamm flutet Nieder-Schleidern

Nieder-Schleidern - Nach starkem Regen auf frisch gepflückten Äckern ergossen sich Wasser, Schotter und Schlamm über Nieder-Schleidern. Mehr als zehn Häuser sind massiv betroffen.

Die starken Schauer am Samstagabend hatten in Nieder-Schleidern besonders gravierende Auswirkungen: In 20 Minuten fielen 30 Liter Regen pro Quadratmeter – auch auf frisch gepflügte Äcker. So wurden Keller nicht nur mit Wasser, sondern mit Schlamm geflutet. Meterbreite Erdspuren zogen sich durch den Ort und bedeckten die Straßen. Mit großer Wucht floss das Wasser durch das Dorf, durchbrach dabei selbst Türen mit Doppelverglasung: In einer Wohnung stand das Wasser 90 Zentimeter hoch. Die Fluten trugen einen Schotterweg größtenteils ab und verteilten ihn in einer 30 Zentimeter dicken Schicht auf der Straße. Letztlich verstopfte das Gemisch die Kanalisation – Wasser konnte nicht mehr abfließen, während der Kanalinhalt sich wieder seinen Weg an die Oberfläche und in Gebäude bahnte. Am Abend waren 50 Feuerwehrleute aus Nieder-Schleidern, Eppe und Goldhausen im Einsatz. Sie pumpten die Keller aus und legten in einem unangenehmen Einsatz die Gullis wieder frei. Bis nach halb zwölf Uhr nachts waren die Brandschützer mit dem Trockenlegen der Keller beschäftigt. Die Feuerwehren machten sich Sonntag ab acht Uhr früh an die Säuberung der verdreckten Straßen: „Wenn wir das jetzt nicht machen, wird die Menge darauf hart wie Beton“, erklärte Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt. Zwölf Bauhofmitarbeiter halfen mit schwerem Gerät – besonders der Schotter wäre sonst kaum zu beseitigen gewesen. Knapp 30 Feuerwehrleute spritzten die Schlammreste von der Straße. Friedhelm Schmidt lobte neben den ehrenamtlichen Brandschützern auch seine Mitarbeiter vom Bauhof: Einen Bereitschaftsdienst gibt es dort nicht, aber binnen weniger Minuten hätte eine Mannschaft für den Einsatz am Sonntagmorgen gestanden. So wurde die Verschmutzung auf den Straßen bis Mittag beseitigt. Besonders stark betroffen sind nach wie vor zehn bis zwölf Häuser: Der Schlamm muss in mühevoller Arbeit aus den Kellern und Wohnungen entfernt werden. Der Sachschaden lässt sich laut Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt noch nicht beziffern, oft liegen die Schäden im vier- oder auch fünfstelligen Bereich. Um „Ruhe in den Ort zu bringen“, besuchten Bürgermeister Klaus Friedrich und der in Versicherungsdingen bewanderte Reinold König Sonntagvormittag die Betroffenen – sie klärten, ob eine Elementarversicherung vorhanden ist, und was diese übernimmt.Ortsvorsteher Helmut Jäger-Keuling machte darauf aufmerksam, dass es ohne freie Flutgräben noch schlimmer hätte kommen können. Deren Pflege sei Aufgabe der Orte, erklärte Friedhelm Schmidt: „Da müssen Leute ein Auge drauf haben, die wissen, wo das Wasser hinläuft.“ Die Schlammwelle von Samstagabend sei aber eine nicht einplanbare Möglichkeit gewesen: Ortsvorsteher und ältere Anwohner waren sich einig, dergleichen in Nieder-Schleidern noch nie erlebt zu haben.(wf)

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