31-Jähriger brach in Korbacher Goldschmiede ein

Schmuckdieb muss zehn Monate in Haft

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Korbach. Für zehn Monate muss ein 31-jähriger Algerier aus Wuppertal ins Gefängnis, weil er Anfang des Jahres gemeinsam mit einem anderen Mann in eine Goldschmiede in Korbach eingebrochen war und Schmuck im Gesamtwert von rund 19 000 Euro gestohlen hatte.

Der Prozess gegen den Mann hatte Anfang Juli vor dem Amtsgericht in Korbach begonnen (wir berichteten). Er wurde damals zusammen mit dem anderen mutmaßlichen Täter angeklagt, der sich allerdings immer noch auf der Flucht befindet.

Zu dem Einbruch in die Goldschmiede war es am Sonntagmorgen des 25. Februar gekommen. Ein Hotelier hatte gegen 7 Uhr verdächtige Geräusche wahrgenommen und die Polizei gerufen. Als die Beamten am Tatort eintrafen, rannten die Diebe in unterschiedliche Richtungen davon. Während sein Komplize entwischte, wurde der Angeklagte am Ascher festgenommen. Er hatte sich dort unter einem VW-Bus versteckt.

Auf dem Fluchtweg verstreut und in Mülltonnen versteckt lag das Diebesgut: 69 Halsketten, 56 Armbanduhren, 28 Trauring-Muster, 22 Armbänder, 14 Fingerringe, elf Paar Ohrringe, ein Ohrstecker und ein Schlüsselanhänger.

Dass der Angeklagte die Tat begangen hat, darüber gab es im Gericht keinen Zweifel. Der Polizeibeamte, der den 31-Jährigen aus seinem Versteck hervorgezogen und festgenommen hatte, bestätigte am Montag noch einmal, dass es sich um den Angeklagten handelt. Außerdem wurde am Tatort eine DNA-Spur des 31-Jährigen gefunden. Diese befand sich an einem Handschuh, der in einer am Tatort sichergestellten Nylontasche steckte.

Zum Ende der Verhandlung musste jedoch die Frage geklärt werden, ob der 31-Jährige als „voll schuldfähig“ einzustufen sei. Schließlich hatte der Mann im ersten Prozess ausgesagt, keine Erinnerungen mehr an den Tag zu haben.

Er habe in den Tagen und Stunden vor dem Einbruch viel Alkohol getrunken sowie Drogen konsumiert und Medikamente genommen. Er leide zudem an Depressionen, weil er seine Kinder, die gemeinsam mit seiner Frau in Belgien wohnen, nicht sehen dürfe.

Die im Gericht anwesenden Gutachter kamen schließlich zu dem Schluss, dass die Täter planvoll und gezielt vorgegangen waren. „Es handelte sich nicht um eine Tat, die im Rausch begangen wurde. Eine Depression sorgt für Antriebslosigkeit und sorgt auch nicht für solch ein Tatverhalten“, sagte einer von ihnen. Auch der Polizeibeamte sowie eine weitere Polizistin, die als Zeugin aussagte, gaben an, dass der 31-Jährige in der Vernehmung keine Anzeichen einer Desorientierung gezeigt habe.

Weil jedoch nicht auszuschließen ist, dass der jahrelange Drogen-, Alkohol-, und Medikamentenkonsum zu einer Persönlichkeitsveränderung beim 31-Jährigen beigetragen hat, wurde beim Urteil die „verminderte Schuldunfähigkeit“ festgestellt. Eine Bewährungsstrafe konnte nicht mehr ausgesprochen werden, weil sich der Mann aufgrund einer vorherigen Verurteilung wegen Hehlerei noch auf Bewährung befand. 

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