30-Jährige kauft mehr als ein Kilogramm Marihuana und bekommt Bewährungsstrafe

Schnäppchen auf dem Drogenmarkt

Korbach - Eine große Menge Marihuana zum kleinen Preis sei ihr angeboten worden, erklärte eine 30-Jährige gestern vor Gericht. Sie sagte „Ja“ und wurde nun wegen Erwerbs und Handels mit Drogen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt

Allerdings hätte die Strafe deutlich höher ausfallen können - bis zu 15 Jah-ren. Am Ende waren sich Verteidiger, Staatsanwalt und Richter aber einig, dass bei der jungen Wildungerin ein minder- schwerer Fall vorliege.

„Die Geschichte beginnt damit, dass ich zur Entspannung manchmal Marihuana geraucht habe“, erzählte die 30-Jährige, die Mutter eines fünfjährigen Sohnes ist. Als ihr ein Bekannter im März vergangenen Jah- res ein größeres Geschäft vorschlug, wurde sie hellhörig. Marihuana in guter Qualität und großer Menge bestellte der Bekannte bei einem Händler, der bis heute nicht ermittelt wurde. „Dann setzte er mich unter Druck, dass ich die 1185 Gramm nun auch kaufen müsse, sonst gebe es Ärger“, erzählte die junge Frau vor Gericht. Also fuhr sie mit ihrem Bekannten, der inzwischen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, zu dem Treffpunkt nahe Paderborn. Was sie nicht wusste: Seit einigen Woche wurde sie damals bereits von der Polizei überwacht. Die hatten einen Tipp von den Kollegen in Homberg bekommen. Der Telefonanschluss der Wildungerin war abgehört worden und die Beamten beschatteten die Frau. Auf der Rückfahrt von Paderborn griffen die Kriminalbeamten dann zu und fanden die Angeklagte samt Drogen im Wert von 3500 Euro. „Mehr als ein Kilogramm hat man nicht einfach so rum liegen“, befand der Staatsanwalt und warf der Frau vor, dass sie die Drogen auch verkaufen wollte. Sie räumte das schließlich ein. Zudem überschritt der Anteil des berauschenden Tetrahydrocannabinol in dem Marihuana den erlaubten Wert um das 26-fache.

Weil die Frau aber keine Vorstrafe hatte, zu keiner Zeit die Gefahr bestand, dass die Drogen in den Umlauf kommen und sie auch ihren eigenen Konsum aufgegeben hat, befand der Richter den Fall für minderschwer und verhängte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und eine Geldstrafe von 1500 Euro. (resa)

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