Bilanz der Wintersport-Arena Sauerland · 86 Skitage in Willingen

Schnee zur rechten Zeit

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Zeigen sich zufrieden mit dem zu Ende gehenden Winter (v. l.): Michael Beckmann, Brigitte Bruchhäuser, Ernst Kesper, Julian Pape, Jörg Wilke, Andreas Sievering.Foto: Wilhelm Figge

Willingen - Willinger Liftbetreiber und ihre sauerländischen Kollegen haben eine Bilanz der Skisaison gezogen: Trotz schwachem Start stellte sie ein durchschnittlicher Winter mit Schnee zur rechten Zeit zufrieden.

„Nach dem schwachen Winter 2013/14 fing es dürftig an“, blickt Jörg Wilke auf die endende Skisaison zurück. Der Geschäftsführer der Ettelsberg Seilbahn in Willingen zeigt sich dennoch zufrieden mit der kalten Jahreszeit, ebenso wie die Vertreter der Wintersport-Arena Sauerland - des Zusammenschlusses der Skigebiete in Willingen und den Kreisen Hochsauerland, Siegerland-Wittgenstein und Olpe. Hochgelegene, beschneite Skigebiete kamen auf bis zu 120 Wintersporttage, der Mittelwert lag bei 70 Tagen. In Willingen waren es 86.

Ideales Wetter in Krokus- und Weihnachtsferien

Erst nach Weihnachten kam der Liftbetrieb richtig ins Laufen - aber zu einem glücklichen Zeitpunkt, wie Arena-Vorsitzender Michael Beckmann erklärt: „Starke Weihnachtsferien sind etwas besonderes“. Die folgende Schwäche Anfang Januar sei nicht schlimm gewesen: „Das ist eine Zeit, die naturgemäß etwas ruhiger ist“, sagt Jörg Wilke. Die Kälte ab Mitte Januar hätten die Liftbetreiber zur Schneeproduktion genutzt, der Februar war dann laut Projektleiter Julian Pape „ein Wintermonat, wie er im Buche steht“. Niederländische Touristen erlebten sonnige Krokusferien.

Im März ließ der Betrieb nach, einzelne Lifte laufen aber noch. „Wir hätten noch länger fahren können, aber wenn es einmal in Dortmund 18 Grad ist, ist das Skifahren nicht mehr in den Köpfen drin“, hält Jörg Wilke fest. Er will aber für starken Schneefall nicht ausschließen, den Betrieb wieder aufzunehmen. Das Saisonende langfristig nach hinten verschieben wollen alle Beteiligten.

Ohne Schnee brechen Übernachtungszahlen ein

Dass der Skibetrieb bis ins Frühjahr dauern kann, habe der Snowboard-Weltcup in Winterberg am 14. März bewiesen, sagt Beckmann. Das Weltcup-Skispringen in Willingen sowie die Bob- und Skeletton-WM und der Rodelweltcup in Winterberg hätten den Fernsehbildern „weiße Hintergründe“ geliefert und das Image der Region gestärkt. „Winter ist deutlich mehr als Wintersport“, ist sich Michael Beckmann bewusst. Auch Wanderer und rodelnde Familien hätten zu den knapp 800000 Wintergästen im Sauerland beigetragen. Während aber in der Eifel Schnee kaum Einfluss auf die Touristenzahlen im Winter habe, sei er im Sauerland maßgeblich: Ohne „weiße Pracht“ gehen die Umsätze in den Übernachtungsbetrieben im Schnitt um 30 Prozent zurück.

Gebiete ohne künstliche Beschneiung hatten rund 35 Skitage. Andreas Sievering, Geschäftsführer des „Fort Fun“ und seiner „Winterwelt“ spricht von zehn wirklich guten Tagen in diesem Winter. „Langfristig wird es bei uns mit Naturschnee auch nicht mehr gehen“, erklärt er. Neuland betritt die Willinger Skischul-Betreiberin Brigitte Bruchhäuser: Sie hat eine der wenigen Kunstpisten im benachbarten Westfalen erworben, also einen mit weißem Kunststoff belegten Hang.

Suche nach Lösung am Köhlerhagen

Jörg Wilke zeigt sich erfreut, dass die im schwachen Winter 2013/14 kaum genutzte Sesselbahn am Willinger Ritzhagen nun gut angenommen worden sei. Derweil bestehen Pläne, auch am Köhlerhagen Schlepp- durch Sessellifte zu ersetzen: Der Hang sei nicht nur um seinetwillen attraktiv, sondern auch, um Ettelsberg und Sonnenhang zu verbinden. Dazu soll die bisherige Talstation knapp 200 Meter verlegt werden, wo sich allerdings der Willinger Sportplatz befindet. „Wir sind noch auf der Suche nach einer Lösung“, sagt er, „im schlimmsten Fall bleibt sie da, wo sie ist“.

Von Wilhelm Figge

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