Zukünftige Miss Deutschland könnte aus Flechtdorf kommen

Wer ist die Schönste im Land?

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Kommt die nächste Miss Deutschland aus Flechtdorf? Susan Henry hat am 27. Mai in Halle (Saale) die Chance. Wenn es nicht funktioniert, hat die 20-Jährige bereits andere Pläne.Foto: Tobias Treude

Diemelsee-Flechtdorf - Ihr Traum ist es Chirurgin zu werden. Doch vorher bietet sich Susan Henry noch eine ganz andere Chance: Sie tritt in zwei Wochen bei der Wahl zur Miss Deutschland an.

Bei den Henry-Schwestern in Flechtdorf liegt es offensichtlich im Blut: Beide haben Erfolg bei Schönheitswettbewerben. Jenny Henry wurde 2006 zur Miss Nordhessen gewählt. Diesen Titel schaffte ihre Schwester Susan zwar nicht, aber als Zweitplatzierte und spätere Miss MGO Hessen darf sie in Halle an der Saale an der Wahl zur Miss Deutschland teilnehmen (zur MGO siehe Hintergrund).

Dabei geht sie das Ganze sehr entspannt an, setzt sich nicht unter Druck. „Mir geht es vor allem darum Erfahrung zu sammeln, Positives für mich selbst mitzunehmen“, sagt sie. Positives auch für ihren späteren Berufswunsch: Nach dem Abitur in Kassel - wo noch mündliche Prüfungen anstehen - will sie Chirurgin werden.

Auf dem Weg zum Berufsziel soll ihr auch der Schönheitswettbewerb helfen. Denn schon eine Woche vor dem großen Finale in Halle geht es auf Promotion-Tour durch Deutschland. In diesem Rahmen wird sie mit einigen ihrer Mitstreiterinnen in einem Krankenhaus einen Vortrag über Gebärmutterhalskrebs halten. „Als Miss-Anwärterinnen haben wir auch eine Vorbildfunktion“.

Das sagt die 20-Jährige nicht nur so dahin, es ist ihr wirklich ernst. Während sie auf Kongressen gekellnert hat, knüpfte sie Kontakte zu Medizinern - und wird bald möglicherweise für einige Monate nach Afrika gehen, um dort Ärzten vor Ort zu helfen.

Aber zunächst steht die Miss-Deutschland-Wahl in Halle an. Dort muss sich Susan Henry zunächst in einem Vorstellungsgespräch Jury und Zuschauern präsentieren sowie in Abendgarderobe und Bikini über den Laufsteg laufen.

Halbnackt vor Fremden zu stehen sei anfangs gewöhnungsbedürftig gewesen, „aber es macht auch Spaß“, gesteht sie. Bühnenerfahrung hat sie bereits in ihrer Tanzgruppe gesammelt. Am wichtigsten sei ihr, ganz natürlich zu sein, nicht verkrampft oder vom Ehrgeiz zerfressen. Und deshalb sieht sie den Wettbewerb in erster Linie als Erfahrungsschatz, nicht als Karrieresprungbrett. „Sollte es danach Angebote geben, wäre das natürlich schön, wenn nicht, dann soll es eben nicht so sein“, bleibt Susan mit beiden Beinen auf dem Boden.

Diese Bodenständigkeit führt sie zurück auf das Leben im Dorf und ihre Familie - mit sieben Geschwistern.

Germany oder Deutschland

Es besteht Verwechslungsgefahr bei den Schönheitswettbewerben in Deutschland. Aktuell gibt es Wahlen zur Miss Germany und zur Miss Deutschland. Letztere wird seit 2000 von der MGO (Miss Germany Organisation) durchgeführt. Die Miss Deutschland darf auch an den Wettbewerben zur Miss Europe und Miss Universe teilnehmen. Die Miss Germany hingegen wird schon seit 1927 gesucht, allerdings von wechselnden Veranstaltern. Der heutige Geschäftsführer der MGO, Detlef Tusies, richtete von 1989 bis 1999 den Miss-Germany-Wettbewerb MGA aus und entwickelte danach den Miss-Deutschland-Wettbewerb. Seit 1985 richtet aber auch die MGC (Miss Germany Corporation) den bis heute bekannten Miss-Germany-Wettbewerb aus.(tt)

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