Polizeistation nach 55 Jahren umgezogen: Schutzpolizei, Kripo und Direktion jetzt unter einem Dach

Schon erster Insasse in neuer Zelle - Video

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Die Wache in den neuen Räumen der Polizeistation. Insgesamt haben die Beamten jetzt fast doppelt soviel Platz wie in der alten Dienststelle.

Korbach - Die Möbelpacker hatten alle Hände voll zu tun: Rund 50 Bedienstete der Polizeistation Korbach sind von Montag bis gestern mit Sack und Pack ins ehemalige Landratsamt in der Pommernstraße umgezogen.

Ein Umzugsunternehmen lieferte gestern noch Spinde, Tische, Aktenschränke und Büropflanzen. Doch schon mit Beginn der Spätschicht am Montagmittag hatten die ersten Beamten ihren Dienst in der neuen Polizeistation angetreten. „Und um 12.35 Uhr hatten wir schon die erste Festnahme in der neuen Zelle“, sagte gestern Uwe Kümmel, Leiter der Dienststelle. Ob es dem Insassen in den neuen Räumen gut gefallen habe, sei ihm aber nicht bekannt, schmunzelte der Polizeibeamte.

„Alles im Zeitplan“

Auch die Notrufnummer 110 wurde schon am Montag auf die neue Wache umgestellt. „Ohne Probleme“, wie Kümmel bilanzierte. Überhaupt gehe der Umzug reibungslos über die Bühne: „Wir sind absolut im Zeitplan“, freute sich der Dienststellenleiter. Heute sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Zwar wird die alte Polizeistation heute noch mit einem Auskunftsdienst besetzt sein, richtige Anlaufstelle für die Bürger ist aber die neue Dienststelle in der Pommernstraße.

Von 1958 an residierten die Beamten im Fachwerkhaus in der Hagenstraße. Das Gebäude ist fast 100 Jahre alt und war ehemals als Villa des Landrates mit Wirtschaftsgebäude und Kutscherwohnung gebaut worden. Doch nach 55 Jahren war die alte Polizeistation zu eng und nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Räume seien einfach nicht mehr zeitgemäß gewesen, sagte Kümmel. Pläne für einen Umzug existierten bereits seit 2005. Erst mit dem Umzug des Amts für Bodenmanagement (früher Katasteramt) in den Neubau Ende 2008 wurden auch die entsprechenden Räume für die Korbacher Polizisten im Erd- und Untergeschoss frei.

2,6 Millionen investiert

2,6 Millionen Euro hat das Immobilienmanagement des Landes Hessen für Gebäudeumbau, Brandschutz und neue Stellplätze in die Hand genommen. Eine Besonderheit: Teile des Gebäudes sind denkmalgeschützt. „Im Eingangsbereich etwa durften der Fußboden, das Wandrelief und die Tür nicht verändert werden“, schildert Kümmel die Auflagen des Denkmalschutzes.

Kürzere Wege

Mit dem Umzug der Schutzpolizei sind nun alle Abteilungen der Polizei unter einem Dach vereint: Als erste war 1983 die Kriminalpolizei ins vormalige Landratsamt eingezogen, 2003 folgte die Polizeidirektion. Kümmel verspricht sich aufgrund der kürzeren Wege eine verbesserte Zusammenarbeit der Schutzpolizei mit Direktion und Kripo: „Das wird die Arbeitsabläufe erleichtern. Wir können Synergien nutzen und vom persönlichen Kontakt zu den Kollegen profitieren.“ Insgesamt arbeiten jetzt 110 Bedienstete der Polizei in dem Gebäude.

Platz haben die Polizisten in der neuen Dienststelle jetzt reichlich: Mit 600 Quadratmetern Bürofläche fast doppelt soviel wie in der Hagenstraße. Dazu gehören auch Vernehmungsräume, Zellen sowie ein Kraftraum mit Fitnessgeräten. Alle Sachbearbeiter haben jetzt eigene Büros. „Die neuen Räume kommen gut bei den Kollegen an“, sagte Kümmel.

Sogar die Zellen im Keller bieten den Insassen ein gewisses Plus an Komfort: Die gefliesten Pritschen sind beheizt, Edelstahlnasszellen für hygienische Bedürfnisse installiert.

Offiziell werden die neuen Räume im Frühjahr 2014 mit einer Feier eröffnet. Ein Termin steht noch nicht fest. Ein Tag der offenen Tür, an dem sich die Bevölkerung über den Umbau informieren kann, ist im September geplant.

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