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Schotter für die Bahnstrecke zwischen Korbach und Willingen

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Von: Lutz Benseler

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Aus alt mach neu: Der Schotter wird mit einer Förderkette ausgeräumt, die unter den Schienen hindurchläuft. Vorher hat ein Umbauzug bereits neue Schienen und Schwellen gelegt.
Aus alt mach neu: Der Schotter wird mit einer Förderkette ausgeräumt, die unter den Schienen hindurchläuft. Vorher hat ein Umbauzug bereits neue Schienen und Schwellen gelegt. © Lutz Benseler

Ein Ungetüm auf Schienen sorgt dafür, dass die Züge auf der Bahnstrecke Korbach–Willingen auf sicherem Untergrund unterwegs sind. Auf 3,5 Kilometern Länge lässt die Kurhessenbahn bis zum 25. Mai Schotter, Schwellen und Schienen erneuern.

Korbach – Gehörschutz ist Pflicht: Der Lärm der Maschine ist ohrenbetäubend. Dazu schwebt fast permanent eine dichte Staubwolke über den Arbeitern. Zentimeter für Zentimeter frisst sich die gigantische Maschine entlang der Gleise von Korbach in Richtung Willingen durch den Schotter.

Reinigungszug und Förderwagen sind zusammen 270 Meter lang. „Pro Tag schaffen wir im Durchschnitt 1000 Meter“, sagt Jürgen Ried, der für die Kurhessenbahn die Bauüberwachung übernimmt. Mehrere Hundert Tonnen Schotter bewegt die Maschine an einem Tag. Sie hebt zuerst das Gleis an und räumt mit einer Schaufelkette den darunter liegenden Schotter heraus. Über Förderbänder wird er weitertransportiert. Dann wird ein Geovlies auf dem freigeräumten Gleisbett ausgerollt.

Die Steine werden gereinigt und zusammen mit neuem Schotter wieder eingebaut. Optimal sind faustgroße, scharfkantige Steine, die sich ineinander verhaken und ein festes, zuverlässiges Fundament bilden. Gewicht und Vibration der Züge haben auf der Strecke manche Schottersteine bersten lassen, von oben schwemmte der Regen Staub, vermoderndes Laub und Abfall in die Hohlräume. Das Gleisbett hat dadurch seine Festigkeit verloren.

Vor dem Schotter sind bereits die Schienen und die rund 90 Jahre alten Stahlschwellen ausgetauscht worden. Die Aufgabe übernimmt ein sogenannter Umbauzug. Zum Abschluss der Arbeiten werden die Schienen vermessen, eine Gleisstopfmaschine schottert nach, falls die Schienen noch nicht da liegen, wo sie sollen. Mit einem Bagger wird neben dem Gleis außerdem ein Randweg angelegt.

Auf der Strecke passiert derzeit aber noch mehr: „Wir nutzen jetzt die Sperrung und führen parallel zu den Gleisbauarbeiten weitere Arbeiten durch“, erklärt Jürgen Ried. Dazu gehörten die normale Instandhaltung oder auch Kabelarbeiten.

Gut einen Monat dauern die Gleisbauarbeiten auf dem 3,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Korbach und Willingen. Bis einschließlich 25. Mai bleibt die Bahnstrecke gesperrt, solange fahren Busse als Schienenersatzverkehr.

Von Lutz Benseler

Mit einem Bagger wird neben dem Gleis ein Randweg angelegt.
Mit einem Bagger wird neben dem Gleis ein Randweg angelegt. © Lutz Benseler
Der gesamte Zug mit Reinigungsmaschine und Förderwagen ist 270 Meter lang.
Der gesamte Zug mit Reinigungsmaschine und Förderwagen ist 270 Meter lang. © Lutz Benseler

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