Multivisionsschau zur Energiewende am Korbacher Gymnasium

Schüler der ALS sammeln Ideen für den Umweltschutz: Jetzt ist die Zeit zum Handeln

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Neue Wege gehen ist nicht schwer. Der Referent Stefan Simonis brachte Schüler dazu, eine für sie ungewohnte Körperhaltung einzunehmen. Damit wollte er sie motivieren, unkonventionelle Wege zu gehen, um die Umwelt zu retten.

Korbach. Etwa 600 Schüler am Korbacher Gymnasium nahmen an dem Bildungsprojekt „Energievision 2050“ teil. Die Veranstaltung sollte sie zu Ideen für den Umweltschutz inspirieren.

Fordern wir das Unmögliche! Denn nur dadurch kann Fortschritt erfolgen. So lautet der Appell eines Zukunftsforschers, der in einem Film über den Klimawandel dazu aufruft, die Zukunft jetzt aktiv zu gestalten. Zielgruppe waren am Dienstag rund 600 Schüler der Alten Landesschule in Korbach. Sie sollen Impulse aus der Veranstaltung „Energievision 2050 - Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“ mit in den Unterricht nehmen.

Auf anschauliche Weise erläuterte der Referent Stefan Simonis das Thema Klimawandel näher. „Es muss weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen.“ Aber wie kann das gelingen? Die Schüler nannten ihre Ideen von Ökostrom über Fahrgemeinschaften bis hin zu hochwertiger Kleidung.

„Wir können über Alternativen zum Fleischkonsum nachdenken“, regte eine Schülerin an. Ein Film zeigte Produkte aus Insekten als Eiweißquelle und moderne Anbauweisen für Gemüse in riesigen Gewächshäusern.

Viele Schüler gaben sich unvoreingenommen und aufgeschlossen, einige dagegen skeptisch gegenüber manchen Ideen, die die Umwelt schonen sollen. Der Referent hatte sogar Mehlwürmer zum Probieren mitgebracht. Das war nicht jedermanns Sache, sollte aber einfach neue Perspektiven eröffnen.

Die Ressourcen dieses Planeten würden verschwendet, sagte zu Beginn Jürgen Trumpp, Vorstandsmitglied der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, die das Bildungsprojekt ebenso wie die Stadt Korbach unterstützt hat. „Wir müssen schnell und abrupt reagieren“, forderte Stefan Simonis.

Ein eindrucksvoller Film zeigte den Schülern auf, was es bedeutet, wenn die Meeresspiegel ansteigen. Forscher, Entwicklungshelfer und junge Menschen, die sich für den Umweltschutz engagieren, kamen darin zu Wort.

Das Fazit lautete: Egal, wie viel Energie wir einsparen – entscheidend sind die Energieträger. Die Treibhausgasemissionen müssten bis 2050 um mehr als 90 Prozent sinken. Das heißt, nur ein Ende des Zeitalters der fossilen Brennstoffe könne das Klima und damit die Erde als Lebensraum retten.

Auch dieser Satz blieb haften: „Die Schüler von heute können den Wandel antreiben.“ Das sei auch über politisches Engagement nötig, forderte Stefan Simonis die Schüler auf.

Einfach mal etwas ganz anderes wagen? Dass das möglich ist, zeigte ein Experiment mit den Schülern. Sie sollten ihre Arme vor der Brust verschränken, und zwar mit dem Arm oben, den sie sonst unten halten. Wie sich das anfühle, fragte der Referent. Ein Schüler antwortete: „Etwas ungewohnt, aber es geht.“

Die von der UNESCO anerkannte Multivisionsschau „Energievision2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“ wird an rund 2000 weiterführenden Schulen in ganz Deutschland gezeigt. Projektträger dieser Bildungskampagne sind der Bildungsträger „die Multivision e.V.“, „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“, der „Deutsche Städte- und Gemeindebund“ und „Plant for the Planet“. Unterstützt wird das bundesweite Schulprojekt von dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). An der ALS waren die Jahrgangsstufen fünf bis zehn beteiligt.

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