Schulpraktikum: 150 Neuntklässler der Alten Landesschule erkunden Arbeitswelt

Schüler feilen an Plänen für die Zukunft

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Praktikum beim Rechtsanwalt: Marlen Schäfer (2.v.l.) und Nina Mertens (3.v.r.) schnuppern bei Anwalt Ulrich Foerster und seinen Mitarbeiterinnen Arbeitsluft.

Korbach - Sie blicken hinter Kulissen und feilen an ihren Träumen: Seit Montag absolvieren die Neuntklässler der Alten Landesschule ihr Schulpraktikum. Die frischgebackenen Praktikantinnen der WLZ haben sich bei ihren Klassenkameraden umgesehen.

Tanzen, Rollenspiele und kleine Choreografien mit Kindern und Jugendlichen entwickeln: Das alles gehört zu den Aufgaben eines Jugendarbeiters. In den nächsten zwei Wochen wird dies aber auch zu den Aufgaben von Jaana Meuser gehören. Im Rahmen des Schulpraktikums, das die Alte Landesschule jedes Jahr für ihre Neuntklässler vorsieht, verbringt sie die nächsten beiden Wochen mit Jugendarbeiterin Jennifer Heise. Insgesamt 150 Schüler sind in den Betrieben unterwegs, sammeln Erfahrungen und nutzen die Chance, ihre Berufswünsche unter die Lupe zu nehmen.

„Ich habe mich für diesen Praktikumsplatz entschieden, weil ich gerne mit Kindern zusammen arbeiten möchte“, sagte Jaana Meuser. Der erste Tag ihres Praktikums sei sehr abwechslungsreich gewesen und mit vielen pädagogischen Aspekten verbunden. Sie könnte sich diesen Beruf auch für ihr weiteres Leben vorstellen. Jennifer Heise gehört dem evan­gelischen Gesamtverband Wal­deck im Kirchenkreis der Eder an und bringt diesen Beruf pro Jahr zwei bis drei Praktikanten näher.

Artur Sidorenko beschäftigt sich bei „Schwalenstöcker und Gantz“ mit ganz anderer Arbeit: Er wird im Lager der Firma ­eingesetzt. „Mir ist es sehr wichtig, dass ich bei meinem ersten Praktikum einen realen Einblick in die Arbeitswelt bekomme und sehe, was körperliche Arbeit wirklich bedeutet“, erklärt er.

Auch Personalchef Jürgen Bloch wünscht sich einen ehrlichen Eindruck des Berufs für seine Praktikanten: „Nach diesen beiden Wochen wissen die Schüler, ob diese Berufsrichtung das Richtige für sie ist oder nicht“, sagt er. In kürzester Zeit müssten sie im Betrieb deswegen selbstständig arbeiten, wie etwa die Ladungen für die Lastwagen vorbereiten.

Weniger körperlicher Arbeit als Denkarbeit widmen sich Nina Mertens und Marlen Schäfer in den nächsten beiden Wochen. Sie schauen beim Rechtsanwalt hinter die Kulissen. Anwalt Ulrich Foerster nimmt seit zehn Jahren Praktikanten auf und ermöglicht ihnen einen Einblick in die Arbeit eines Anwalts. „Allerdings können sie aufgrund der Schweigepflicht nicht in die Fälle eingebunden werden und sind daher mit viel Büroarbeit beschäftigt“, sagt er. „Bisher fanden wir die Gerichtsverhandlung, an der wir teilnehmen durften, am interessantesten und sind gespannt, was noch alles auf uns zukommen wird“, erzählen Nina Mertens und Marlen Schäfer.

Jeder der vier Schüler und Schülerinnen war mit dem bisherigen Ablauf des Praktikums sehr zufrieden. Trotzdem sind sich die befragten Betreuer und Praktikanten einig, dass zwei Wochen für ein Schulpraktikum zu kurz sind. Um einen richtigen Einblick in die Berufe zu bekommen, sei oft mehr Zeit nötig. Aber manch ein Praktikant spielt schon jetzt mit dem Gedanken an einen Ferienjob im Unternehmen.

Auch bei der Waldeckischen Landeszeitung schnuppern zwei Schülerinnen der Alten Landesschule Arbeitsluft. Juliane Veltum und Svea Holzkamp haben sich zu Beginn ihres Schulpraktikums auf die Spuren ihrer Mitschüler gemacht und berichten für die Waldeckische Landeszeitung heute über verschiedene Einsatzbereiche. In den nächsten zwei Wochen werden sie die Redakteure der WLZ bei ihrer Arbeit begleiten. (resa/ juv/sho)

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